Suche:
 Inhalt

 


 

 News 
Frosteinbruch kein Problem für Waldbäume

Bäume halten Winterschlaf

(Befeld - Wald und Holz NRW)
Oberberg/Berg - Der bisherige Verlauf des Winters hatte mit Frost und Schnee wenig zu tun. In einigen Städten blühten an Weihnachten sogar die Kirschbäume. Nun kommt doch noch der Winter mit Eis und Schnee und das Thermometer zeigt Minusgrade. Unser Wald kommt auch mit einem späten Winter zurecht. Was die Bäume nicht vertragen, ist ein ständiger Wechsel zwischen Wärme und Kälte. Leider kann der Frost auch Insekten nichts anhaben.

„Waldbäume sind nicht so empfindlich. Sie treiben nicht beim ersten warmen Sonnenstrahl aus und gegen den Frost haben sie eine Art Frostschutzmittel eingelagert“, weiß Günter Dieck, Leiter des Regionalforstamtes Bergisches Land . Im Herbst haben sich die Bäume durch den Fall der Blätter auf die kalten Wintertage vorbereitet. „Sind die Blätter weg, fällt der Baum in so etwas wie einen Winterschlaf und die empfindlichen Knospen sind von einer klebrigen Schutzschicht umgeben.“ Vor dem Laubfall werden die Nährstoffe aus den Blättern gezogen und wieder vom Baum aufgenommen. Diese Zuckerverbindungen reichern sich in den Zellen an. Sie senken den Gefrierpunkt der Zellen, sodass sie nicht in der Kälte aufplatzen. So schützen sie den Baum vor dem Erfrieren, wie ein Frostschutzmittel - eine geniale Erfindung.

Frost sei wichtig, damit nicht so viele der lästigen Insekten überleben, denken viele Waldspaziergänger. Das ist aber falsch. Im Gegenteil: Insekten stecken auch lange Frostperioden locker weg. „Sie sind hart im Nehmen“, sagt Günter Dieck. Trockene Kälte sei für sie völlig unproblematisch. „In Frostperioden reduzieren Insekten ihre Körperfunktionen auf ein Minimum und fallen in eine Kältestarre. Sie sind dann für Wochen und Monate konserviert.“ Viel schwieriger für die Insekten sei nasskaltes Schmuddelwetter. „Bei Plusgraden und Regen drohen den Insekten tödliche Pilzkrankheiten.“

Insekten verbringen den Winter meist als Eier, Puppen oder Larven im Boden, der Laub- bzw. Nadelstreu oder unter der Rinde von Bäumen. Einige suchen sich im Herbst Spalten oder Ritzen und fallen in eine Starre, bis die warme Frühlingssonne sie wieder herauslockt. Das gilt beispielsweise für Marienkäfer. Mückeneier hingegen überleben im Schlamm auf dem Gewässerboden, solange dort das Wasser nicht gefriert. Wespenköniginnen suchen sich geschützte Verstecke, zum Beispiel hinter Baumrinden und bauen dann im Frühjahr wieder neue Völker auf.

Einige Waldpflanzen sind sogar auf Frostperioden angewiesen, um sich zu vermehren. Ein Beispiel ist der Bärlauch, der als eine der ersten Frühlingspflanzen schon bald in den Buchenwäldern seinen typischen Knoblauchgeruch verströmen wird. Bärlauchsamen braucht mehrere Wochen Temperaturen um den Gefrierpunkt um keimen zu können.

Viele Forstleute hoffen. dass die Frostperiode noch etwas länger dauert. Bisher war es im Wald viel zu nass und matschig. Für die winterliche Holzernte ist das sehr schlecht, denn die Maschinen können auf dem durchnässten Untergrund nicht optimal arbeiten. Daher konnten die Försterinnen und Förster bisher deutlich weniger Holz ernten, als sie geplant hatten. Eine späte Frostperiode käme da gerade passend, damit sie die Waldpflege und die Holzernte bodenschonend fortsetzen können. (Günter Dieck, Leiter Regionalforstamt Bergisches Land-20.01.2016 07:56)


 


© 2003-2016 oberberg-heute.de Alle Rechte vorbehalten. Impressum