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LANUV und Fischerei zählen abwandernde Junglachse an der Agger

Neue Lachs-Generation wandert die Flüsse hinab zum Meer

Junglachse im Entwicklungsstadium „Parr“, vor Ihrer Umwandlung zu den silbrig gefärbten, abwanderbereiten Entwicklungsstadien (Smolts).© Horst Stolzenburg.
Oberberg - Wer in den nächsten Wochen die Agger, den größten Nebenfluss der Sieg besucht, wird sich vielleicht wundern: Er wird auf eine „Rotary Screw Trap“ stoßen, eine Fischfalle. Mit dieser Fangvorrichtung werden in den letzten beiden Jahren geborene flussabwärts schwimmende Junglachse gefangen, um sie zu zählen und zu vermessen. Anschließend werden sie für ihre weite Wanderung ins Meer wieder freigelassen.

Das LANUV bittet alle Kanufahrer, die deutlich gekennzeichnete Vorrichtung weitläufig zu umfahren und alle Spaziergänger, möglichst Abstand von der Fischfalle zu halten, um die Junglachse nicht vor der Falle zu verscheuchen.

Die Aktion gehört zu dem zunächst bis 2020 geplanten Monitoring, mit dem der Erfolg der Lachs-Wiederansiedlung überprüft wird. Die Wiederansiedlung des Lachses im Rheinsystem ist Teil des Wanderfischprogramms NRW, das hier an der Sieg in Kooperation von LANUV, Fischereiverbänden und Fischereigenossenschaften durchgeführt wird. Karin Camara, zuständige LANUV-Dezernentin für Fischerei aus Albaum: „Die ersten Besatzmaßnahmen mit Lachsen wurden im Jahre 1988 durchgeführt. Seit mehr als 10 Jahren werden wieder zahlreiche junge Lachse im Siegsystem geboren. Hier an der Agger ist zurzeit der beste Ort um sie zu zählen und den Erfolg der Wiederansiedlung zu überprüfen. In dieser Saison rechnen wir hier mit mehreren 1.000 abwandernden Junglachsen.“

Zum Wanderfischprogramm NRW

Im Rahmen des Wanderfischprogramms NRW und des Rhein-Programms „Lachs 2020“ der internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) wurde die Sieg mit ihren Nebengewässern bereits Ende der 1990iger Jahre als Programmgewässer für die Wiederansiedlung mit dem in Deutschland ausgestorbenen atlantischen Lachs (Salmo salar) ausgewählt.

Die Agger hat eine besondere Bedeutung, denn sie ist der größte Zufluss der Sieg. Hier zeigen sich deutliche Erfolge der Wiederansiedlung des Lachses, und seit 2014 werden gar keine Lachse mehr dort ausgesetzt um die jüngste Entwicklung des lokalen Lachsbestands genauer zu beobachten. Denn die Lachse vermehren sich hier schon am längsten auf natürliche Art und Weise - und genau das ist eines der Ziele des Wanderfischprogramms. Die Agger stellt damit den einzigen Lachsfluss im gesamten Rheinsystem dar, in dem die aus ihren Kinderstuben ins Meer abwandernden Junglachse (Smolts) ausschließlich aus natürlicher Vermehrung stammen. Um zu überprüfen, ob das auch so bleibt und vor allem um zu klären wie sich der Lachsbestand weiter entwickelt, bedienen sich Fischerei und Land NRW hierbei einer speziellen, in Übersee entwickelten Fangvorrichtung, der sogenannten „Rotary Screw Trap“.

Mehr zum Wanderfischprogramm: www.lanuv.nrw.de/natur/fischereioekologie/wanderfischprogramm/
(red.-21.04.2017 15:18)

Fischfalle ("Rotray Screw Trap“) für die Vermessung und Zählung abwandernder Junglachse.© Stefan Staas.




 


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