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Oha von OH

Von wegen Schnäppchen

Oberberg - Seit Preisetiketten auf Produkten durch Strichcodes ersetzt wurden, sind dubiosen Praktiken Tür und Tor geöffnet. Sind die Waren erst einmal aus dem Regal genommen, wo Artikel und Preis noch ausgeschrieben sind, gerät der genaue Betrag der einzelnen Produkte bis zur Kasse leicht in Vergessenheit. Und hier erlebt man oft eine böse Überraschung, sofern man aufmerksam ist.

Mit ausgewiesenen Sonderangeboten oder mit durchgestrichenen regulären Preisen an den Regalen, die durch verlockende Reduzierungen ersetzt sind, werden Kunden auf vermeintliche Schnäppchen aufmerksam gemacht. Da sind Konserven, Tütenprodukte, Spülmittel - um nur einige Waren unseres Selbstversuchs zu nennen - deutlich heruntergesetzt. Dies allerdings nur an ihrem Standort, Einmal im Einkaufskorb gelandet, scheint sich die Ware nicht mehr an ihren günstigeren Preis „zu erinnern“. Wie auch? Der Wert im Strichcode verändert sich durch eine Verlagerung der Ware auf einen Sonderangebotsständer oder mit durchgestrichenen Preisen an den Regalen nicht. Was geschieht an der Kasse? Genau! Der reguläre Betrag wird abgerechnet, vom Angebot fehlt sprichwörtlich jede Spur.

Auf diese falschen „Schnäppchen“ aufmerksam gemacht, erhalten wir die Information, dass der Barcode noch nicht „in der Kasse auf das günstige Angebot umgestellt wurde“. Lobend zu erwähnen ist, dass ohne Zögern nur der im Laden ausgewiesene Billigpreis abgerechnet wurde. Sehr ärgerlich aber ist, dass es offenbar schon gängige Praxis ist, den Kunden mit Angeboten zu locken, die nur dann tatsächlich welche sind, wenn man darauf pocht.

Herkulesaufgabe für Kassiererinnen

Spielen wir es einmal durch: Sie laden ihren Einkaufskorb mit Angeboten voll, notieren sich die Aktionspreise - am besten gleich auf dem jeweiligen Produkt - und gehen zur Kasse. Liest der Scanner dort aber den regulären Preis, sollten Sie bei jedem Teil auch gleich reklamieren und auf das Angebot verweisen. Und dann geht’s los! Für eine korrekte Reduzierung auf den Sonderpreis müsste die Kassiererin alle Preise der zahlreichen, oft rasch wechselnden Angebote auswendig können oder sie muss ihren Angaben vertrauen. Die sich anstauende Schlange an der Kasse wird es ihr vermutlich danken, wenn sie sich nicht auf eine Diskussion mit Ihnen einlässt. Wie Chefs darauf reagieren, wenn der Kunde „frei Schnauze“ Sonderpreise angibt, die auf der Ware nicht zu erkennen sind und dann tatsächlich in die Kasse getippt werden, konnten wir nicht erfahren. Es lässt sich vermuten, dass eine korrekte Abrechnung der Angebote auf Dauer nur dann erzielt wird, wenn sich mehr und mehr Kunden dafür interessieren. (Gina Barth-Muth-08.05.2017 21:31)


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