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Neuer Gerontopsychiater im Kreiskrankenhaus Gummersbach

Offene Psychiatrie als Vision

v.l. Sascha Klein, Dr Michael Albers, Jochen Hagt, Dr Peter Vacha, Prof Dr Frank Schulz-Nieswandt (Foto: Klinikum Oberberg)
Gummersbach - Beeindruckt zeigte sich der neue Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Gerontopsychiatrie, Dr. Johannes Michael Albers, vom Kreiskrankenhaus Gummersbach, in dem seit über 30 Jahren psychiatrische und somatische Patienten im gleichen Haus behandelt werden. Das sei modellhaft, sagte der neue Chefarzt bei seiner Einführung vor Landrat Jochen Hagt, Mitgliedern des Aufsichtsrates und der Gesellschafter des Klinikum Oberberg, vielen Kollegen aus dem Kreiskrankenhaus Gummersbach und der Klinik Marienheide sowie Kooperationspartnern wie der Oberbergischen Gesellschaft Psychisch Behinderter.

„Wir haben lange nach Ihnen gesucht“, freute sich Landrat Jochen Hagt, der Vorsitzender von Aufsichtsrat und Gesellschaftern des Klinikum Oberberg ist, den 36-jährigen Chefarzt in sein neues Amt einführen zu dürfen. Der Westfale folgt auf PD Dr. Jens Benninghoff, der im Oktober 2017 nach München umgezogen war. Seither hatte der leitende Oberarzt, Dr. Przemyslaw Eduard Burek, die Klinik in hervorragender Weise kommissarisch geführt, wie Geschäftsführer Sascha Klein betonte.

„Wir haben mit Dr. Albers einen Neurologen und Psychiater gefunden, der seine Leidenschaft und Kompetenz der Gerontopsychiatrie verschrieben hat“, sagte Hagt. „Meine Vision von Psychiatrie ist eine offene Führung und freiwillige Behandlung“, sagte Dr. Albers. Den Aufenthalt auf einer geschlossenen Station für seine Patienten zu vermeiden, sei ihm ein Herzensthema. Er setze auf frühzeitige ambulante und niederschwellige Angebote. „Wir können Hemmschwellen durch ambulante Angebote wie die bereits etablierte Tagesklinik abbauen“, so Dr. Albers. Auch die Digitalisierung werde ihren Beitrag leisten. Schon jetzt bieten Krankenkassen Apps wie den „Depressionscoach“ oder „MoodGym“ an. Auch Pflegeroboter wie die kuschelige Robbe „Paro“ werden laut Dr. Albers die Zukunft der Gerontopsychiatrie mitgestalten.

Dr. Albers stammt aus Dorsten. Nach dem Studium der Humanmedizin an der Westfälischen Wilhelms Universität Münster absolvierte er seine neurologische Weiterbildungszeit in der Klinik am Schlossgarten in Dülmen. 2014 erlangte Dr. Albers seinen Facharzt für Neurologie und zwei Jahre später für Psychiatrie und Psychotherapie. Schon während seiner Weiterbildungszeit war Dr. Albers in der Gerontopsychiatrie tätig. Zuletzt war Dr. Albers als Oberarzt in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in der Klinik am Schlossgarten in Dülmen tätig.

Auf die frischen Ideen des mit 36 Jahren jüngsten Chefarztes im Klinikum Oberberg freue er sich, sagte Landrat Hagt. „Ihnen gehört die Zukunft. Und dass Sie gebraucht werden, belegen die aktuellen Zahlen von IT-NRW: Während wir zum 31.12.2017 im Oberbergischen Kreis 17.600 Einwohner ab 80 Jahren zählten, werden es im Jahr 2040 25.600 sein.“ Weil dem Oberbergische Kreis aufgrund seiner demographischen Entwicklung und dem gleichzeitig drohenden Fachkräftemangel für Medizin und Pflege in absehbarer Zeit Lücken in der Versorgung drohten, habe die Kreisverwaltung gemeinsam mit Partnern wie dem Klinikum Oberberg das Projekt „Oberberg FAIRsorgt“ Ende 2018 ins Leben gerufen.

Durch das Projekt sollen ältere und pflegebedürftige Menschen bedarfsgerecht medizinisch, pflegerisch, geriatrisch und präventiv versorgt werden. Der Wissenschaftler im Team von „Oberberg FAIRsorgt“, Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt, Lehrstuhl für Sozialpolitik und Me-thoden der qualitativen Sozialforschung der Universität Köln, erläuterte in seinem Gastvortrag wie Menschen bis ins hohe Alter auf kommunaler Ebene ein selbstbestimmtes Leben führen können. „Netzwerkmangel ist der entscheidende Risikofaktor für die Lebensqualität im Alter.“ (red.-11.02.2019 10:53)


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