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Ausstellung im Kreishaus klärt auf

Schwanger = Kein Alkohol

FASD zeigt sich in verschiedenen Schädigungen: Kleinwuchs, Untergewicht, Kleinköpfigkeit, mangelhafte Muskelentwicklung sowie typische Gesichtsveränderungen. (Foto: OBK)
Oberberg - Bis zum 10. Oktober können alle Interessierten kostenfrei die Wander¬ausstellung „Zero“ im Foyer des Kreishauses besuchen. Die Ausstellung informiert über Schwangerschaft, Alkohol und FASD. FASD steht für Fetale Alkoholspektrum-Störungen. Diese Behinderung entsteht, wenn werdende Mütter während der Schwangerschaft Alkohol trinken.

Kinder mit FASD sind oft zu klein und haben in unterschiedlicher Ausprägung körperliche Missbildungen wie typische Gesichtsfehlbildungen. Sie leiden zudem unter Verhaltensauffälligkeiten, weil ihr zentrales Nervensystem geschädigt ist. Die Kinder haben oft Probleme sich im Regelschulbetrieb zurechtzufinden. Auch im Erwachsenenalter leiden die Betroffenen unter ihrer Behinderung. Sie haben einen geringeren Intelligenzquotienten und eine schwächere soziale Kompetenz als der Durchschnitt. Hierdurch sind Menschen mit FASD empfänglich dafür, Riskantes oder Verbotenes zu tun. Etwa 60 Prozent der Betroffenen werden straffällig. 30 Prozent haben Alkohol- und/oder Drogenprobleme.

Studien gehen davon aus, dass jährlich 4.000 bis 10.000 Kinder mit Symptomen von FASD geboren werden. Diese Zahlen sind besonders erschreckend, weil die Behinderung nicht genetisch bedingt ist, sondern ausschließlich durch mütterlichen Alkoholkonsum hervorgerufen wird. „FASD ist deshalb zu 100 Prozent vermeidbar“, erklärte Iris Hügel-Bruchhaus, Beratungsstelle für Familienplanung und Schwangerschaftskonflikte des Gesundheitsamts, bei der Ausstellungseröffnung.

„Drink doch ene mit“ - mit diesem bekannten Satz, verdeutlichte Gesundheitsdezernent Ralf Schmallenbach, dass der Verzicht auf Alkohol auch für Schwangere nicht immer einfach ist. Oftmals werde das Glas Bier oder Wein nicht abgelehnt, weil die Frau ihre Schwangerschaft in den ersten Monaten nicht verraten wolle. Auch sei das fehlende Wissen darüber, dass bereits kleinste Mengen Alkohol zu Schädigungen des ungeborenen Kindes führen können, nach wie vor ein Problem. „Hier muss ein Umdenken stattfinden. Es muss gesellschaftsfähig werden, Alkohol abzulehnen,“ sagte Ralf Schmallenbach und ergänzte: „Mit der Ausstellung möchte das Gesundheitsamt des Oberbergischen Kreises die Prävention vorantreiben.“

Im Mittelpunkt von „Zero“ steht ein begehbares Kuppelzelt, das aus der Perspektive des Kindes 40 Wochen Schwangerschaft erlebbar macht. Außerhalb des Zeltes befinden sich weitere interaktive Touchscreen-Stationen, die sich mit dem Thema beschäftigen. „Wir möchten die Menschen aufklären und die Fetale Alkoholspektrum-Störungen in den Mittelpunkt der Gesellschaft rücken“, erklärt Ralf Schmallenbach. Das Gesundheitsamt geht deshalb auch auf Schulen zu und lädt diese zum Ausstellungsbesuch mit Führung ein. Anmeldungen nimmt das Gesundheitsamt des Oberbergischen Kreises, Frau Hügel-Bruchhaus, telefonisch unter 02261 88-5343 oder per E-Mail iris.huegel-bruchhaus@obk.de entgegen.

Die Ausstellung wird durch das FASD-Netzwerk Nordbayern e.V. zur Verfügung gestellt und bildet den Abschluss der "Präventionswochen FASD" im Oberbergischen Kreis. Sie kann noch bis 10. Oktober 2019 während der Servicezeiten (www.obk.de/servicezeiten) der Kreisverwaltung kostenfrei besucht werden. Informationen zur Ausstellung erhalten Sie im Ausstellungs-Flyer und unter wenn-schwanger-dann-zero.de. (red.-02.10.2019 09:02)

Bei der Ausstellungseröffnung, v.l.: Kaija Elvermann (Leitung Gesundheitsamt), Iris Hügel-Bruchhaus (Beratungsstelle für Familienplanung und Schwangerschaftskonflikte, Gesundheitsamt), Irmgard Hannoschöck (Diakonie Fachstelle Sucht - Suchthilfe OBK Nord), Gesundheitsdezernent Ralf Schmallenbach, Anna Tomas (Caritas Suchthilfe) und Rabea Riesewieck (Fachstelle Sucht, Gesundheitsamt). (Foto: OBK)



Im begehbaren Kuppelzelt wird die Entwicklung des Kindes während 40 Wochen Schwangerschaft erläutert. (Foto: OBK)




 


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