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Das Leben feiern

Kirche wird zur Kleinkunstbühne

Alice (Foto: Hans-Dieter Schelle.)
Ründeroth - „Das Leben feiern“ - mit diesem Motto haben sich Kinder, Jugendliche, Männer und Frauen bei der Kleinkunstbühne Alte Landstraße der Evangelischen Kirchengemeinde Ründeroth auseinandergesetzt

Das Konzept des Mitmachprogramms geht auf: Ganz normale Menschen aus der evangelischen Kirchengemeinde Ründeroth bringen jedes Jahr ihre Poesie und ihre Fantasie ein, trauen sich, auf der Bühne vor dem Altar zu singen, zu rappen, zu spielen und ihre Gedanken vorzutragen - mit Humor, mit bewegenden Geschichten, mit großem Ernst, mit Witz und viel Mut. Die Initiatorinnen der Kleinkunstbühne, Kantorin Christel Schelle und die Engelskirchener Schauspielerin Heike Bänsch, begrüßten die Gäste in der vollbesetzten Kirche.

Wie feiert man das Leben? Was lohnt sich zu feiern? Kann man das Leben überhaupt feiern? Ja, unbedingt, machten zum Beispiel die Sängerinnen und Sänger des Spätlesechors deutlich. Die sechs Lieder der zum großen Teil über 80-Jährigen umfassten das ganze Leben von der Geburt bis zum Tod. Das war bewegend und zu Herzen gehend, aber auch lustig und schwungvoll mit dem Udo-Jürgens-Klassiker „Mit 66 Jahren“. Denn mit dem Renteneintrittsalter ist „noch lange nicht Schluss“. Unterstützt wurde der Spätlese-Chor von der zehnjährigen Vivien. Pfarrer Henning Strunk las dazu nachdenkliche Texte.

Auch die anderen Chöre der ehrenamtlichen Kantorin Christel Schelle beteiligten sich an dem Abend: so der Frauenchor aus den Joyful Singers mit ihren „Days of Beauty“ - Tagen der Schönheit.

Dem Thema „Das Leben feiern“ näherten sich Leni und Antonia warnend: „Die Welt stirbt“ hieß der Rap von Lena Kirschnick, den die beiden Sängerinnen der Young Voices mit Verve vortrugen. Die zehnjährige Karla aus dem Regenbogenchor las einen lebensfrohen eigenen Text vor. „Ich feiere mein Leben, wenn ich aufwache. Ich habe jeden Tag etwas zu feiern.“ Die 17-jährige Franziska Münzer hat aus der Sicht einer jungen Erwachsenen ihren Lebenswunsch aufgeschrieben: „Ich möchte mein Leben auch noch mit 70 feiern können - und nicht nur auf Partys.“

Young Voices (Foto: Hans-Dieter Schelle.)
Jutta und Michael van der Werft erinnerten sich in dem Sketch „Wenn ich an Erna denke“ in Oberberger Platt an eine verstorbene Nachbarin. Die Todesanzeige in der Zeitung lässt sie zwar seufzen, aber vor allem fallen ihnen viele Anekdoten ein, die sie immer wieder zum Schmunzeln bringen über die eigenwillige Erna.

Wie todtraurig das Leben in unglücklich verliebten jungen Jahren sein kann, machten Jürgen, Markus, Ansgar von den Joyful Singers und Christel Schelle anschaulich. Das Eichendorff-Gedicht „In einem kühlen Grunde“ über die untreue Geliebte präsentierten sie in tiefem Bass mit viel Herzeleid in der Stimme. Musikalische Bandbreite zeigten auch die Young Voices mit dem Lied „Leiser“, Roberto Lange mit seinem eigenen Lied „Lebensbild“ und Alice am Saxofon mit „Up where we belong“.

Poetisch klangen die Veeh-Harfen eines Ensembles, dirigiert von der Nümbrechterin Silvia Lenzing. Die kleinen Harfen sind leicht zu spielen, auch ohne Notenkenntnisse. Sie symbolisierten die Absicht der Kleinkunstbühne: Jeder hat ein Talent und kann damit anderen eine Freude machen.

Die nächste Kleinkunstbühne gibt es am 21. November 2020. Voraussichtliches Thema: Herzschmerz (red.-20.12.2019 07:18)


 


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