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Unterstützung bei der Pflege demenziell Erkrankter

Hilfe in emotional belastenden Situationen

Oberberg - „Wie rede ich denn jetzt am besten mit meiner Mutter? Sie fragt immer wieder das Gleiche.“ Simone F. ist verzweifelt. Seit ihre Mutter an Demenz erkrankt ist, ist alles andres. Die Frau, die ihr am Frühstückstisch gegenüber sitzt, ist nicht mehr die Mutter, die sie groß gezogen hat - das macht traurig und hilflos.

Nadine Fischer, Diplom-Psychlogin im Gerontopsychiatrischen Zentrum im Klinikum Oberberg, kennt die Nöte von pflegenden Angehörigen. In ihren „Leben mit Demenz“-Kursen ermöglicht sie den Teilnehmern, sich nicht nur intensiv mit dem großen Thema „Demenzerkrankungen“ auseinander zu setzen, sondern auch konkrete Lösungsvorschläge und Hilfsangebote zu bekommen. „Erfahrungsgemäß kommen immer viele Fragen zum eigentlichen Krankheitsbild, da es unterschiedliche Demenzformen gibt“, berichtet sie. „Wir möchten den Pflegenden Sicherheit geben im Umgang mit ihren kranken Angehörigen, ihnen Wege aufzeigen, wie sie die Krankheit verstehen und damit umgehen lernen. Dazu gehört natürlich auch, wie finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten aussehen“.

All das sind Module im Kurskonzept „Leben mit Demenz“, das der Landesverband der Alzheimergesellschaften NRW e.V. zusammen mit der AOK Rheinland/Hamburg entwickelt hat.

Der nächste Kurs im Kreiskrankenhaus Gummersbach startet am 09. November 2018. Um Anmeldung wird gebeten unter: 02261 17-1171.

Seit 2016 gibt es am Kreiskrankenhaus Gummersbach ein Gerontopsychiatrisches Zentrum (GPZ) in der Klinik für Allgemein- und Gerontopsychiatrie. Im Rahmen des Anreizprogrammes des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) „Gerontopsychiatrische Beratung als Teil eines Gerontopsychiatrischen Zentrums (GPZ)“ wird psychisch kranken älteren Menschen hier ein niedrigschwelliger Zugang zu Diagnostik, Beratung und Behandlung ermöglicht. Das GPZ bietet ambulante und teilstationäre Angebote für ältere Menschen (ab dem 60. Lebensjahr), die an Demenzen, Depressionen und anderen psychischen Störungen erkrankt sind. Diagnostik und Behandlung erfolgen dann in der Tagesklinik, der Ambulanz und in der Gedächtnissprechstunde.

„Mit zunehmendem Alter treten oft Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme auf“, sagt Nadine Fischer. Das können eine normale altersbedingte Vergesslichkeit, die Folge einer psychiatrischen Erkrankung (z. B. Depression) oder aber die Frühzeichen einer beginnenden Demenz sein. Aber: Je früher die richtige Diagnose gestellt wird, desto erfolgreicher sind die therapeutischen Möglichkeiten. In einem ausführlichen ärztlichen Gespräch mit Patient und Angehörigen, einer neuropsychologische Testung, Blutuntersuchungen sowie ggf. Liquordiagnostik wird die Gedächtnisstörung zunächst abgeklärt.

Falls sich Hinweise auf eine behandlungsbedürftige Erkrankung ergeben, werden in Abstimmung mit Haus- und Facharzt weitere diagnostische oder therapeutische Schritte eingeleitet. Das Team der Gedächtnissprechstunde besteht aus Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie, Sozialarbeiter und Psychologen. Die Gedächtnissprechstunde findet gemeinsam mit der Alzheimer Gesellschaft NRW in der Klinik für Allgemein- und Gerontopsychiatrie (kommissarischer Klinikdirektor Dr. med. Przemyslaw E. Burek) statt. Anmeldungen telefonisch unter Telefon 02261 17-1910. (red.-17.09.2018 16:21)


 


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