Oberberg - Bei der Verleihung des Freiwilligenförderpreises 2004 müssen sich zwei Herren, stellvertretend für viele engagierte Menschen, die sich in Selbsthilfegruppen verdient gemacht haben, den 1. Preis teilen. Eduard Bornemann vom Blauen Kreuz Gummersbach und Siegfried Hombach vom Kreuzbund Morsbach haben sich über zwei Jahrzehnte hinaus in hohem Maße für betroffene suchtkranke Menschen und ihre Angehörigen verdient gemacht. Die beiden Preisträger sind zudem Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Suchtselbsthilfe im Oberbergischen Kreis und stehen somit stellvertretend für diesen Bereich.
Seit dem Internationalen Jahr der Freiwilligen im Jahre 2001 hat sich der Kreistag das Ziel gesetzt, in einem dreijährigen Rhythmus Einzelpersonen oder Gruppen für ihre besonders herausragenden ehrenamtlichen Verdienste in den Bereichen Gesundheit und oder Soziales zu würdigen und auszuzeichnen. Mit dieser Ehrung möchte der Oberbergische Kreis seine engagierten Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht nur öffentlich benennen, sondern auch deutlich machen, wie wichtig Sie für das Gemeinwohl sind. Ebenso soll ihnen Mut gemacht werden, damit Sie auch in Zukunft diesen Weg weitergehen. "wir möchten Ihnen von ganzem Herzen für Ihre Verdienste danken, ihr außerordentliches Engagement würdigen und belohnen", erklärt Landrat Hans Leo Kausemann in seiner feierlichen Ansprache.
Das freiwillige Engagement der beiden 1. Preisträger resultiert aus eigener Betroffenheit heraus. Seit vielen Jahren gehören Besuche, Gespräche und Motivationsarbeit, Vorbereitung und Durchführung von Präventionsmaßnahmen für betroffene suchtkranke Menschen zu ihren selbstgestellten Aufgaben. Gleichzeitig werden auch die betroffenen Angehörigen in adäquater Weise betreut. Dies alles geschieht völlig unabhängig von der jeweiligen Tages- und Nachtzeit.
Neben dieser Tätigkeit werden von beiden Herren die aktive Mitwirkung und Einflussnahme in unterschiedlichsten Institutionen und Gremien wahrgenommen. Sei es die Suchtprävention in Schulen, die Vertretung der Suchtselbsthilfe in Kirchen, Parteien, Firmen, Stadtrat und Vereinen, oder die Mitgliedschaft in der Gesundheitskonferenz, der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft oder im Qualitätszirkel Sucht, um nur einige zu nennen.
"Heute helfe ich dir, morgen kann ich selbst hilfsbedürftig sein!"
Der Landrat würdigte weiterhin den Einsatz der Freiwilligen, die oft unter extremer Belastung, unter Zurückstellung eigener Bedürfnisse und der von Familie und Freunden - bis hin zur Überschreitung der eignen psychischen und physischen Grenzen, für andere da sind.
"Voller Dankbarkeit und mit großer Freude bin ich zu Ihnen gekommen. Die Bedeutung dieser Veranstaltung wird durch die hohe Zahl der Anwesenden deutlich. Die Verleihung des Freiwilligenförderpreises durch den Oberbergischen Kreis ist ein gesellschaftliches Ereignis, und ich bin unserem Gastgeber, Herrn Manfred Bösinghaus, Mitglied des Vorstands der Sparkassen der Homburgischen Gemeinden, sehr dankbar, dass er uns für diese Feier einen so würdigen Rahmen zur Verfügung stellt und auch für das leibliche Wohl sorgt", so der Landrat.
Den 2. Preis erhält die Rehabilitations- und Behinderten-Sportgemeinschaft Hückeswagen e.V. Geehrt wurden der Vorsitzende des Vereins, Andreas Gotter und der Ehrenvorsitzende Horst Hellerling.
Für Ihre außerordentlichen Verdienste für das Gemeinwohl - insbesondere wegen ihrer Pionierarbeit beim Mittagstisch für Bedürftige - hat die Jury Johanna Unkrig aus Radevormwald den 3. Preis verliehen. (oh-7.7.2004 21:35)
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