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| Preisträgerin Carmen Peffeköver mit "Köbes" Köckerling (Foto: Privat) |
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Reichshof - Es war wieder das Stelldichein der oberbergischen Tollitäten, als am Sonntagmorgen im Denklinger Rathaus zum 23. Mal die „Goldenen Narrenkappe“ verliehen wurde. Ob Dreigestirn oder Prinzenpaar, alle hatten sich zum munteren „Frühschoppen“ eingefunden, um der neuen Preisträgerin die Ehre zu erweisen. Auf Initiative von Urgestein, Mitbegründer und Ehrenpräsident der KG Rot-Weiß Denklingen, Wolfgang „Köbes“ Köckerling wird die „Goldene Narrenkappe“ seit 1992 an Personen verliehen, die sich um den oberbergischen Karneval in besonderer Weise verdient gemacht haben.
Neben Bürgermeister und „Hausherr“ Rüdiger Gennies und einigen weiteren„ Kappenträgern“ konnte Köckerling im bis auf den letzten Platz gefüllten Rathausfoyer auch eine große Abordnung des Regionalverbandes im Bund Deutscher Karneval sowie Abordnungen nahezu aller oberbergischen Karnevalsgesellschaften begrüßen.
Gleich nachdem alle Tollitäten nach dem obligatorischen Gruppenfoto auf der Rathaustreppe wieder ihren Platz eingenommen hatten, lüftete „Köbes“ das Geheimnis um die diesjährige Preisträgerin Carmen Peffeköver aus der KG Närrische Oberberger Engelskirchen.
Die neue Preisträgerin erblickte im Jahre 1972 in der karnevalistischen Diaspora Gummersbach das Licht der Welt. Dort hatte sie auch ihre ersten Berührungspunkte mit der Tanzerei. Sie besuchte die klassische Ballettschule Altus und stand dort schon sehr früh bei den alljährlichen Aufführungen auf der Bühne. Nach einem Sportunfall in der Leichtathletik durfte sie den Spitzentanz nicht mehr ausüben und musste die Ballettkarriere beenden. Zwischenzeitlich zog sie mit Ihren Eltern nach Wiehlmünden und besuchte in Ründeroth die Realschule. Eine Schulfreundin nahm Carmen eines Tages mit zum Training der Jugendtanzgruppe der KG Närrischen Oberberger. Die bereits 1999 mit der Goldenen Narrenkappe ausgezeichneten Gisela Hens und Edeltraut Kaltenbach trainierten damals diese Gruppe und unsere neue Kappenträgerin war überglücklich, denn sie konnte endlich wieder tanzen.
In ihrem ersten aktiven Jahr zeigte sich Carmen überrascht von der Tatsache, dass der Fastelovend nicht erst Weiberfastnacht, sondern schon mit dem „Engelskirchener Prinzenball“ startet. Auf einem solchen „Prinzenball“ wurde sie schließlich von Dieter Neumann (Betreuer des Tanzcorps Rot-Weiß) angesprochen, ob sie sich nicht vorstellen könne schon 1990 in dem Tanzcorps Rot-Weiß als erste Marie zu tanzen.
In den kommenden Jahren hat sie zusammen mit ihrem jetzigen Ehemann Michael, den sie 1995 heiratete, als „Erste Tanzmarie“ getanzt. Immer häufiger unterstützte die neue Preisträgerin in den kommenden Jahren den damaligen Trainer Gottfried Löhr bei der Trainingsleitung, wurde sehr bald Co-Trainerin.. Mit ihrem Tanzcorps Rot-Weiß war sie auf vielen Bühnen im Rheinischen Karneval präsent. Unter anderem im gesamten Oberbergischen Kreis, in Köln, Wesel, Kleve, Calpe (Spanien), Leverkusen und bei der Närrischen Hitparade im WDR, um nur einige Stationen zu nennen. Dass sie ein Händchen im Umgang mit jungen Tänzerinnen und Tänzern hat, sprach sich auch bis zur Klus nach Denklingen herum. An Rosenmontag 1998 fragten Köckerlings an, ob sie sich auch um die „Denklinger Burggarde“ kümmern könne.
Die Tanzgruppe bestand damals aus acht Mädels, die die KG Rot-Weiß Denklingen tänzerisch repräsentieren wollten. Carmen Peffeköver sagte spontan zu und trainierte in den folgenden Jahren in Engelskirchen und Denklingen. Im Jahr 2000 nahm sie beim Tanzkorps Rot-Weiß der KG Närrischen Oberberger ihren Abschied um sich um die Familienplanung zu kümmern. Sie hat aber weiterhin die „Burggarde“ trainiert und sie über die Jahre zu einem der besten Tanzcorps im Rechtsrheinischen geformt. Kaum war sie nach der Geburt ihres Sohnes Leon, der in diesem Jahr Kinderprinz in Engelskirchen ist, aus dem Krankenhaus entlassen, machte sie sich schon wieder auf um bei der Verleihung der Goldenen Narrenkappe an Udo Landsberg anwesend zu sein.
Nachdem sie dann „nur“ noch Trainerin der Burggarde war, wurde der Ruf, sich wieder auf den Bühnen im Oberbergischen zu zeigen, immer lauter. 2003 folgte sie diesem Ruf und wurde erste Marie und Trainerin der Schlossgarde Ruttger von Quadt zu Alsbach. Die Schlossgarde wollte gerne ein wenig auf der Bühne schunkeln und wenn möglich auch ein klein wenig tanzen. Das war aber mit der neuen Kappenträgerin nicht zu machen. Sie forderte und förderte die Jungs bis diese dann eine wirklich „tanzende Truppe“ wurde, die bis heute einzigartig historische Kostüme mit flotter, peppiger Musik kombiniert.
2008 gab sie das Training und Tanzen bei der Schlossgarde auf, um sich sofort in neue Aufgaben zu stürzen. Seit 2009 ist sie als Mutter von Leon mit den verschiedenen Kinderschmölzchen unterwegs. Erst als Adjutantenmutter , dann als Mutter des Kinderzeremonienmeisters und jetzt als Prinzenmutter. Zwischenzeitlich war sie 2012 auch noch Prinzessin in Engelskirchen, machte Ihren Trainerschein für Fitness und trainiert das Tanzkorps „Rüschelchen Rot-Weiß“, das auf Festen und Feiern im Freundeskreis auftritt. Brachte vielen Tollitäten der oberbergischen Vereine die passenden Schritte für Ihre Sessionslieder bei. Sie war und ist auch ansonsten immer zur Stelle, wenn man sie ruft.
Da Carmen Peffeköver nun so viele Jahre Ihre Freizeit als Trainerin und Betreuerin in den Trainingshallen des Oberbergischen verbracht hatte, reichte sie dann 2012 Ihren Rücktritt als Trainerin der Burggarde ein. Sie schaut aber auch heute noch ab und an beim Training in Denklingen vorbei, wenn „Not am Mann“ bzw. der Frau ist. Ein Leben ganz ohne Sport und Tanzen ist für sie kaum vorstellbar. Seit letztem Jahr besucht sie Zumba und Fitness-Kurse in einem Sportstudio. Sie genießt es, auch einmal nicht vor, sondern in der Gruppe zu stehen.
Ganz besonders liegt der neuen Preisträgerin der Zusammenhalt aller Karnevalsvereine am Herzen. Für sie spielt die Farbe der Mütze keine Rolle. Carmen Peffeköver ist in allen Vereinen des Oberbergischen bekannt, immer ein gern gesehener Gast und hat dort viele Freunde gefunden.
Bei der Preisverleihung zeigte sich Carmen Peffeköver überrascht und ergriffen, als ihr „Köbes“ Köckerling die GOLDENE NARRENKAPPE 2014 überreichte. Ihr Mann Michael, gleichzeitig auch auch 2.Vorsitzender der KG Närrische Oberberger, hatte die ahnungslose Carmen Peffeköver mit dem Schmölzjen des Kinderprinzenpaares nach Denklingen gelockt.
Im Rahmen der Verleihung der Goldenen Narrenkappe folgten Ehrungen durch den BDK sowie zahlreiche Gratulationen. Das Publikum dankte Carmen wiederum mit „Standing Ovations“ für Ihren Einsatz im oberbergischen „Fastelovend“. Nachdem die neue Kappenträgerin die zahlreichen Glückwünsche entgegengenommen hatte, begeisterten der Kinderelferat der KG, die „Burgmäuse“ und die „Pänz von der Burg“ die Jecken im Rathausfoyer mit ihren Auftritten. Mit einem traditionell zünftigen Mittagsessen, ein paar Kölsch und vielen kölschen Tön´n zum Nachtisch ging eine rundum gelungene Preisverleihung am frühen Nachmittag zu Ende. (red.-20.01.2014 15:51)
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