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Stammzellspende rettet Leukämiepatientin das Leben

Lebensretterin aus Bergneustadt

v.l. Monique Rockel (19) und Nadine Lehmann (34) (Foto:DRK-Blutspendedienst West)
Bergneustadt/Münster - Mit einem Brief von der Westdeutschen Spenderzentrale (WSZE) wurde für Nadja Lehmann (34) aus Bergneustadt vor zwei Jahren aus einer spontanen Entscheidung plötzlich mutiger Ernst: Sie sollte für eine Leukämiepatientin lebensrettende Stammzellen spenden. Gestern trafen sich die beiden in Münster zum ersten Mal - und schlossen sich sofort ins Herz.

Auf einem Blutspendetermin des Deutschen Roten Kreuzes ließ sich Nadja Lehmann (34), die selbst Krankenschwester ist, für die Stammzellenspenderdatei typisieren. Dass diese Entscheidung einmal auch ihr Leben verändern würde, ahnte sie damals noch nicht. Vor zwei Jahren bekam sie dann aber einen Brief von der WSZE. Sie könne mit ihren Stammzellen einer Patientin mit Leukämie, also Blutkrebs, helfen.
Im Frühjahr 2014 spendete Nadja Lehmann bei der WSZE, einer Tochtergesellschaft des DRK Blutspendedienstes West, in Ratingen-Breitscheid für eine ihr unbekannte Patientin Stammzellen. „Sie ist wie ein genetischer Zwilling für die Leukämiepatientin und ist für sie deshalb so etwas wie ein Sechser im Lotto“, erklärt Stephan David Küpper vom Blutspendedienst. Zwei Jahre weiß Nadja Lehmann nicht, um wen es sich bei der Patientin handelt. So lange dauert die gesetzliche Wartefrist, während der Stammzellspender und -empfänger keinen Kontakt aufnehmen dürfen. Nadja konnte mit ihrer Patientin zwar anonym Briefe schreiben. Mehr Austausch durfte aber erst einmal nicht sein.

Zu einem gemeinsamen Treffen verabredeten sich die beiden nun gestern im DRK-Blutspendezentrum Münster. Dort erfuhr Nadja dann endlich, wem sie tatsächlich das Leben gerettet hat. Monique Rockel aus Brake in Niedersachsen war mit elf Jahren an Leukämie erkrankt. Und ihr Leben stand nach zwei Rückfällen sprichwörtlich auf der Kippe. Erst die Stammzellspende der Bergneustädterin sicherte der heute 19-jährigen Monique das Leben.

Beide können ihr Glück nicht fassen, als sie sich endlich sehen und sich spontan in die Arme fallen. Und auch für Moniques Eltern, Thomas und Melanie Rockel, ist klar, dass Nadja nun ein neues Familienmitglied ist. Moniques Vater ist besonders stolz auf „seine Nadja“. „Meine Tochter hat während der Chemotherapie über 100 Blutpräparate erhalten, die haben ihr den Weg zur rettenden Stammzellübertragung erst offen gehalten. Als Blutspenderin hat Nadja meiner Tochter so quasi doppelt geholfen“, ist Thomas Rockel überzeugt.

Jedes Jahr erkranken 11.000 Menschen neu an Leukämie. Das DRK möchte auch ein Zeichen setzen: Hilfe ist möglich, gebt nicht auf! "Wir wollen den vielen Leukämiepatienten Mut machen", sagt DRK-Sprecher Stephan David Küpper.

Für Nadja und Monique ist gestern ein Traum wahr geworden. „Danke für mein Leben“ steht auf der Tasse, die Monique, Nadja mit auf den Weg gibt. (red.-01.04.2016 11:26)


 


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