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| Alle Foto: Christoph Buchen |
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Morsbach - Der kürzlich neu gewählte Bürgermeister der „Republik“ Morsbach, Jan Schumacher, trat heute auf dem Milly-la-Forêt-Platz vor dem Rathaus zum ersten Mal dazu an, den Rathausschlüssel gegen die Karnevalstollität zu verteidigen. Selbstbewusst begrüßte er die vielen Zuschauer und meinte, dass er mit Hilfe seiner Rathausmannschaft den erst im Herbst erhaltenen Rathausschlüssel nicht so schnell wieder abgeben werde, schon gar nicht an die Tochter seines Amtsvorgängers Jörg Bukowski, Prinzessin Liya I.
Inzwischen traf die gesamte Karnevalsgesellschaft in einem langen Aufmarsch, angefangen mit der Kindergarde, der Garde Blau-weiß, der Funkengarde, dem Damenelferrat und dem Vorstand auf dem Rathausplatz ein. Zuvor hatte das Schölzje an der Karnevalsmesse in der Basilika teilgenommen, zelebriert von Kaplan Markus Brandt.
Jan Schumacher kennt das Motto von Prinzessin Liya I. genau, wonach deren Hobbys Karneval, Reiten und Jugendfeuerwehr sind. Er hatte daher einen Parcours mit Hindernissen und Strohballen aufgebaut, und Liya musste zusammen mit ihrem Vater auf einem Steckenpferd diesen Parcours meistern im Rahmen des ersten Morsbacher Hobby-Horsing-Turniers. Danach stand auch noch ein Hufeisenwerfen an, wobei Vater und Tochter die original Hufeisen aus drei Metern Entfernung zielgenau in einen Eimer befördern mussten.
Doch nicht genug. Prinzessin Liya I. musste dann auch noch als Mitglied der Jugendfeuerwehr einen Brand löschen. Die Feuerwehrkameraden hatten in einer Feuerschale ein Feuerchen entfacht, und der Bürgermeister drückte der Tollität eine Spielzeugwasserpistole in die Hand, mit der sie das Feuer löschen sollte. Liya jedoch clever: Sie öffnete den großen Einfüllstutzen der Pistole und ergoss daraus kurzerhand in einem Schwall das Wasser ins Feuer. Mit Hilfe eines Eimers voll Wasser löschte sie dann auch noch die restliche Glut. Aufgabe erfüllt!
Bei so viel Einsatz blieb es dem Bürgermeister dann gar nicht anders übrig, als Liya I. den begehrten Rathausschlüssel auszuhändigen. Diese ergriff zugleich das Mikrofon und verlas ihre 11 närrischen Paragrafen. In Paragraf 6 ordnete sie zum Beispiel an, dass die scheidende Sitzungspräsidentin Monica Stausberg künftig die Moderation der Ratssitzungen übernehmen solle, „um dort für gute Stimmung zu sorgen“. Mit einem dreifach kräftigen „Mueschbech deheem!“ endete schließlich bei strahlendem Sonnenschein die Rathausstürmung. (Christoph Buchen-15.02.2026 18:33)
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