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42 Bäckereien mit 950 Beschäftigten im Oberbergischen Kreis

„Laden-Alarm“ für Bäckereien im Oberbergischen Kreis

(Foto: NGG/Tobias Seifert)
Ohne Lohn-Plus laufen Bäckermeistern die Verkäuferinnen weg

Oberberg - Mehr Brötchen verdienen: Die rund 950 Bäckerei-Beschäftigten im Oberbergischen Kreis sollen alle am Monatsende mehr Geld auf dem Lohnzettel haben. Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). „1 Euro mehr pro Stunde - für jeden Bäcker und auch für jede Verkäuferin. Denn es wird höchste Zeit, dass es für den Verkauf im Laden das gleiche Lohn-Plus gibt wie fürs Backen am Ofen“, sagt Marc Kissinger von der NGG Köln.

In der laufenden Tarifrunde für das Bäckerhandwerk Nordrhein-Westfalen geht es der Gewerkschaft vor allem darum, dass „die Verkaufstresen in den 42 Bäckereien und deren Filialen im Oberbergischen Kreis nicht verwaisen“. Denn die NGG Köln schlägt „Laden-Alarm“: „Mit Billiglöhnen werden es die Bäckereien im Oberbergischen Kreis demnächst nicht mehr schaffen, ihre Ladentheken zu besetzen. Tatsächlich haben die Arbeitgeber für angelernte Verkäuferinnen, für Helfer in Produktion und Verwaltung und für Bedienungen in den Cafés, die frisch dabei sind, einen Stundenlohn angeboten, der gerade einmal 20 Cent über dem gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro liegt. Im nächsten Jahr soll der Abstand zum Mindestlohn dann sogar nur noch 10 Cent betragen. Wenn das ihr Ernst ist, dann laufen den Bäckermeistern die Verkäuferinnen weg“, sagt Marc Kissinger.

Immerhin sei die Arbeit in Bäckereien kein „08/15-Job“: „Da werden Allroundtalente gebraucht“, so Marc Kissinger. Brot, Brötchen, süße Teilchen und Kuchen zu verkaufen, erfordere Beratung und oft genug auch „starke Nerven, wenn der Laden zu Stoßzeiten rappelvoll“ sei. „Gerade der Job am Bäckereitresen ist ein Mix aus Ernährungsberatung und Kummerkasten. Es geht um guten Service. Denn an der Ladentheke wird der Umsatz gemacht“, so NGG-Geschäftsführer Kissinger. Fachverkäuferinnen seien früh auf den Beinen. „Zur Arbeit gehört oft auch das Schmieren von Brötchen für den Verkauf auf die Hand. Genauso das Frühstückmachen und das Ausschenken von Kaffee, Tee, Cappuccino & Co.“, so Kissinger.

Der Geschäftsführer der NGG Köln appelliert an die Bäckermeister im Oberbergischen Kreis, Druck auf den Bäckerinnungsverband West zu machen. Dieser müsse bei der dritten Verhandlungsrunde in der kommenden Woche (Hinweis f.d. Red.: Dienstag, 17. März) „endlich ein ordentliches Angebot auf den Tisch legen“. „Andernfalls werden mehr und mehr Beschäftigte den Bäckereien im Oberbergischen Kreis den Rücken kehren“, warnt Marc Kissinger von der Bäckerei-Gewerkschaft. Besonders für den Bäckerei-Nachwuchs sieht der Geschäftsführer schwarz: „Wenn Fachkräfte nach dem Willen der Gegenseite gerade einmal 35 Cent mehr verdienen sollen, hat das eine verheerende Signalwirkung für potenzielle Azubis. So lässt sich kein Zuwachs an Fachkräften gewinnen, der ohnehin schon seit Jahren wegbricht. Das ist nicht tragbar für die Zukunft der Branche.“ (red.-13.03.2026 10:47)


 


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