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| Geht ganz schön ins Geld: Tanken ist teuer. Die Gewerkschaft NGG Köln will sich deshalb in den Betrieben im Oberbergischen Kreis und bei Tarifverhandlungen für einen „Wegegeld-Zuschuss für Job-Pendler“ stark machen. (Foto: NGG | Tobias Seifert) |
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Kritik an Ticket-Preisen: „4 Stunden Arbeit zum Mindestlohn für 1 Stunde Bahnfahrt“
Oberberg - Viele fahren rein, viele aber auch raus: 31.430 Beschäftigte kommen in den Oberbergischen Kreis, um hier zu arbeiten. Und umgekehrt wohnen 38.210 Menschen im Oberbergischen Kreis, haben ihren Job aber woanders. Das geht aus der aktuellen Pendler-Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervor. Die Zahlen der Ein- und Auspendler, die über die Kreisgrenze fahren müssen, um zur Arbeit zu kommen, greift jetzt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten auf. Für die NGG Köln sind längere Arbeitswege ein „Co-Faktor beim Job, der Zeit, oft Nerven und vor allem auch Geld kostet“.
Die Gewerkschaft warnt: „Hohe Spritpreise belasten viele Privathaushalte im Oberbergischen Kreis. Dabei reißen gerade auch die Fahrten zum Arbeitsplatz Löcher in die Haushaltskassen. Vor allem dann, wenn Berufspendler dabei aufs Auto angewiesen sind. Geringverdiener trifft das besonders hart. Erst recht, wenn sie nur den Mindestlohn verdienen“, sagt Marc Kissinger. Der Geschäftsführer der NGG Köln spricht sich deshalb für ein „Mobilitätsgeld“ aus: 17 Cent je Kilometer sollen, so die Gewerkschaft, jedem Pendler sofort und unabhängig von der Höhe des Einkommens einheitlich vom Staat ausgezahlt oder beim monatlichen Lohnsteuerabzug verrechnet werden.
„Solange das Mobilitätsgeld noch auf sich warten lässt und die Spritpreise nicht wieder deutlich fallen, muss ein Wegegeld-Zuschuss für Job-Pendler Thema in den Betrieben sein. Viele fahren eine Dreiviertelstunde, manche sogar eine Stunde oder länger“, so Marc Kissinger. Er kündigt an, die Betriebe im Oberbergischen Kreis bei Fahrtkosten stärker in die Pflicht nehmen zu wollen: „Das fängt bei den 63 Euro pro Monat fürs Deutschland-Ticket an. Und das geht über ein konkretes Wegegeld bis zum günstigen oder freien ‚Stromtanken‘ an der Ladesäule für E-Autos auf dem Firmengelände“, so Kissinger. Die Gewerkschaft werde die Kosten für Mobilität künftig stärker bei Tarifverhandlungen zum Thema machen.
Außerdem kritisiert die NGG Köln „die zum Teil saftigen Preise für Bahn-Tickets“: „Wer ohne Bahncard oder rechtzeitig ergattertem Super-Sparpreis in den Zug steigen muss, der wird kräftig zur Kasse gebeten. Vor allem beim Fernverkehr haut das richtig rein“, so Marc Kissinger. Für untere und selbst mittlere Einkommen grenze das Bahnfahren an „Mobilitätsluxus“. Der Geschäftsführer der NGG Köln kritisiert: „Wer nur den gesetzlichen Mindestlohn verdient, dem kann es passieren, dass er im Fernverkehr der Deutschen Bahn für eine Stunde Zugfahrt vier Stunden arbeiten muss. Oder sogar mehr. Und dabei geht es um eine Bahnfahrt in der 2. Klasse, versteht sich“, so Kissinger. (red.-01.09.2026)
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