Von Christoph Buchen
Morsbach - Der Heimatverein Morsbach ist zwar schon 130 Jahre alt, hat aber ein verjüngtes Vorstandsteam, das am vergangenen Samstag im Gertrudisheim mit einem gelungenen „Müeschbejer Oowend“ seine Premiere gefeiert hat.
Ehrenvorsitzender Werner Schuh hielt zunächst einen Rückblick auf die wechselvolle Geschichte des Heimatvereins. „Der Verein hat das Ortsbild Morsbachs mitgeprägt“, stellte er fest und zählte zahlreiche Aktivitäten auf. Alleine in diesem Jahr habe der Verein drei Waldsofas, einen Fotorahmen und ein Sonnensegel aufgestellt.
Dirk Fassbender, seit 2026 neuer Vorsitzender, würdigte die Arbeit seines Vorgängers, der ihm „einen tollen Verein übergeben hat“. Er freute sich über einen voll besetzten Saal und kündigte ein abwechslungsreiches Programm an. Sein Bruder Frank Fassbender übernahm sodann die Moderation des Abends.
Auf einer Leinwand wurden zwischendurch immer wieder Bilder der bisherigen 12 Trägerinnen und Träger der Auszeichnung „Müeschbejer Määdchen“ und „Müeschbejer Jong“ gezeigt, von der ersten Ehrung im Jahr 2000 an.
Eisbrecher war die Kindergarde der Karnevalsgesellschaft Morsbach. Manuel Puhl, Sprecher der Garde, kündigte die kleinen Nachwuchstänzer mit der Uraufführung ihres neuen Sessionstanzes an. Wie immer bekamen die Kleinen, angeführt vom Speiß Matti Puhl, tosenden Applaus. Frank Fassbender sagte am Ende: „Die Kindergarde ist die Zukunft der KG Morsbach.“.
Zauberer Hans-Jürgen Kellner präsentierte Tricks mit Seilen und Ringen und ließ einen Tisch schweben. Assistiert wurde er dabei von Lidija Schmallenbach und Bürgermeister Jan Schumacher. Mit seiner Puppe Hans führte Bauchredner Kellner lustige Dialoge.
Auch die Theatergruppe „Vürhang op“ des Heimatvereins war wieder mit von der Partie. Bei einem Improvisationstheater mit dem Märchenspiel Aschenputtel stellten die neun Schauspieler ihre Spontanität unter Beweis.
Der Auftritt der Wolpertinger stand unter dem Motto „Gefängnisausbruch“. Die Tanzgruppe ist 2026 genau 40 Jahre alt geworden und hat noch nichts an ihrer Vitalität verloren.
Krätzchengesang und Wortwitz brachten „Die Zwei von der Eierquell“, Michael Hoberg und Frank Rinscheid, mit auf die Bühne. Beide hielten einen zweistimmigen, humorvollen Rückblick auf kuriose Ereignisse in der „Republik“ Morsbach und kündigten zum Beispiel an, dass künftig die Kollekte in der Basilika St. Gertrud nicht mehr vom Kirchenschweizer eingesammelt, sondern per Scanner am Ausgang vom Girokonto abgebucht wird.
Einer der Höhepunkte des Abends war der Auftritt der Band „Bel Kantholz“. Mit „Wir bauen ein Lokal für alle Mann“ unterbreiteten Eintracht-Jugend gesanglich einen Vorschlag, wie die Gewerbebrache oberhalb des Bahnhofs sinnvoll genutzt werden kann. Natürlich gab die Band auch wieder Ohrwürmer zum Besten.
Schließlich kündigte Moderator Frank Fassbender einen „Doppelwumms“ mit Blasmusik und Karneval an. Mit „Echte Fründe“ marschierten zunächst der „Musikverein Lichtenberg“ und „Klangwerk Morsbach“ unter dem Dirigenten Christian Böhmer in den Saal ein. Gemeinsam spielten sie ein Potpourri aus kölschen Stimmungsliedern. Als das Publikum bereits vor Begeisterung stand und mit klatschte, leiteten die Musiker auch gleich den Einmarsch der Karnevalsgesellschaft Morsbach ein mit den Garden, dem KG-Vorstand, Sitzungspräsident Dominik Mauelshagen und natürlich mit der noch amtierenden Prinzessin Liya I. aus dem Hause Bukowski. Sie freute sich riesig, den krönenden Abschluss ihrer Session beim Müeschbejer Oowend begehen zu können, ehe am 14. November der neue Prinz in der Kulturstätte proklamiert wird. Dominik Mauelshagen gab noch einen Ausblick auf die kommende Session.
Nach den Auftritten der Garde „Blau-Weiß“ und der Funkengarde mit ihren flotten Tänzen leitete Moderator Frank Fassbender zum eigentlichen Höhepunkt des Abends über, der Verleihung der Ehrenbezeichnung „Müeschbejer Määdchen 2026“ an Lisa Bauer. In der Laudatio zählten Werner Schuh und Dirk Fassbender die ehrenamtlichen Verdienste der 63-jährigen Morsbacherin auf.
Lisa Bauer trat vor fast 40 Jahren dem NABU Morsbach bei und hob 1992 die Kindergruppe und 2011 die Jugendgruppe mit aus der Taufe. Seitdem führte sie mit dem Naturschutznachwuchs zahlreiche Aktionen durch. „Wie viele Kinder sie in all den Jahren für den Naturschutz sensibilisiert hat, weiß sie wohl selber nicht genau“, hieß es in der Laudatio. Fassbender fuhr fort: „Vielleicht mögen es 200 oder gar 250 Kinder gewesen sein? Lisa Bauer weiß jedenfalls stets, wofür sich Kinder begeistern lassen“.
Auch im kulturellen Bereich und in der Brauchtumspflege spielte Lisa Bauer eine Rolle. So trat sie mit ihrem Kegelclub bei Karnevalssitzungen auf und nahm an Rosenmontagszügen und Schubkarrenrennen teil. Ehrenamtlich half das neue „Müeschbejer Määdchen“ jüngst einer Flüchtlingsfamilie mit zwei kleinen Kindern aus Eritrea bei der Anerkennung und Eingliederung. Sichtlich überrascht nahm Lisa Bauer die Urkunde und die von der Künstlerin Christiane Vogel mit ihrem Konterfei gestaltete Puppe entgegen. Die so geehrte bedankte sich bewegt für die Auszeichnung.
Vorsitzender Dirk Fassbender dankte den zahlreichen Helfern, die zum Gelingen des erfolgreichen, vierstündigen Programms beigetragen haben. Den Aktiven des Damenelferrates Wendershagen überreichte er für das Kellnern einen Blumenstrauß. (25.10.2026 18:36)
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| Beim „Müeschbejer Oowend“ des Heimatvereins wurde Lisa Bauer mit dem Ehrentitel „Müeschbejer Määdchen 2026“ ausgezeichnet (rechts: Ehrenvorsitzender Werner Schuh, links: Vorsitzender Dirk Fassbender) |
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| „Die Zwei von der Eierquell“, Michael Hoberg (r.) und Frank Rinscheid, hatten Gesang und Wortwitz mit in ihrem Repertoire. |
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| Die Theatergruppe „Vürhang op“ improvisierte das Märchen „Aschenputtel“ auf lustige Weise. |
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| Für Stimmung sorgte wieder die Band „Bel Kantholz“ mit Morsbacher Heimathymnen |
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