Morsbach/Waldbröl - 1.000 Arbeitsplätze sind gesichert, aus vier Standorten sollen jedoch drei gemacht werden. Die Mitarbeiter werden zunächst in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft überführt. Die Polytec Holding AG, Automobilzulieferer aus Hörsching in Österreich setzte sich im Bieterverfahren durch.
Die Polytec Holding AG hat die Vermögensgegenstände der Automotive Group ISE Intex GmbH aus Morsbach und deren Tochtergesellschaft gekauft. Einen entsprechenden Vertrag haben Rechtsanwalt Christopher Seagon, Insolvenzverwalter der ISE Intex und Friedrich Huemer, Vorstandsvorsitzender der Polytec, unterzeichnet.
Der Vertrag tritt mit dem 29. Mai 2007 in Kraft, steht aber noch unter den üblichen Vorbehalten wie der Genehmigung des Gläubigerausschusses und der Kartellgenehmigungen. Über den Kaufpreis haben beide Vertragspartner stillschweigen vereinbart.
Die Mitarbeiter des Unternehmens werden zunächst in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft überführt. Polytec benötigt weiterhin 1000 Arbeitnehmer, um an den Standorten in Morsbach/Lichtenberg und Waldbröl produzieren zu können und Automobilhersteller auch in Zukunft auf hohem Niveau beliefern zu können. Jedoch werden die vier Produktionsstätten langfristig auf drei zusammengelegt.
Dem Insolvenzverwalter der ISE Intex ist es mit dem Verkauf an einen strategischen Partner gelungen, den Fortbestand der ISE Intex zu sichern. „Polytec erwirbt mit dem Kauf der ISE Intex ein Produktportfolio und Know-how, das das eigene Portfolio ergänzt und stellt damit strategische Weichen für die Zukunft. Das passt sehr gut zusammen und ist für alle Beteiligten die bestmögliche Lösung“, sagt Insolvenzverwalter Christopher Seagon. Nicht zuletzt wegen des guten Konzepts und der strategischen Ausrichtung fiel die Entscheidung im Investorenprozess auf die Österreicher.
Für Seagon ist der Verkauf nur möglich geworden, weil die Beschäftigten der ISE Intex auch in der Insolvenz hoch motiviert gearbeitet hätten und so die Kunden des Oberbergischen Automobilzulieferers weiterhin von der Qualität der Produkte überzeugt haben. „Das sprach sich natürlich auch bei den Investoren herum und schaffte das notwendige Vertrauen“, sagt Seagon.
Die ISE INTEX produziert unter anderem Verkleidungen für Türen, Koffer- und Motorräume sowie Säulenverkleidungen und Fensterrahmen für Automobilhersteller. Mit etwa 1.000 Mitarbeitern erwirtschaftete das Unternehmen 2006 an den beiden Standorten in Morsbach-Lichtenberg und Waldbröl einen Umsatz von rund 120 Millionen Euro.
Die Polytec Holding AG entwickelt und liefert technische Produkte aus Kunststoff- und Naturfaserverbundwerkstoffen. Diese Module und Systeme finden Anwendung in der Industrie und der Automobilproduktion. Das operative Geschäft unterteilt sich in die vier eigenständigen Geschäftsbereiche Automotive Systems, Automotive Composites, Car Styling und Industrial Division, die wiederum Tochtergesellschaften haben. Mit 20 Produktionsstandorten und Montagezentren ist die Gruppe in Europa, den USA, Kanada und Südafrika aktiv. Im Geschäftsjahr 2006 erwirtschaftete das Unternehmen mit weltweit 3.500 Beschäftigten einen Umsatz von 525,2 Millionen Euro. (red.-31.05.2007 14:07)
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