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ISE Innomotive und ISE Industries bleiben erhalten

Übernahme vollzogen – Stillschweigen über Rahmenbedingungen

Bergneustadt - Die ISE Automotive GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Nordwind Capital, hat die beiden Automobilzulieferer ISE Innomotive und ISE Industries zum 1. Juni 2008 übernommen. Eine entsprechende Vereinbarung über das so genannte Closing wurde vergangene Nacht unterzeichnet.

Den Kaufvertrag hatten die Parteien bereits Ende März geschlossen („Signing“).

Bis Ende Mai mussten aber noch zahlreiche Bedingungen des Käufers umgesetzt werden, damit die Transaktion abgeschlossen werden konnte. „Vor allem der Umstand, dass nicht alle Beschäftigten das Modell einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft mittragen wollten, führte dazu, dass der Verkauf zwischenzeitlich als gescheitert angesehen werden musste. Erst durch erhebliche Bemühungen aller Beteiligten konnte in neuen Verhandlungen doch noch ein positives Ergebnis erzielt und das Closing herbeigeführt werden. Die Vertragspartner haben über die Rahmenbedingungen der gesamten Transaktion Stillschweigen vereinbart“, erklärt Christopher Seagon.

„Wir haben in den acht Wochen zwischen Signing und Closing des Vertrages umfangreiche Sanierungsmaßnahmen eingeleitet und durchgeführt. Das war nicht einfach, aber ohne diese Maßnahmen wäre der Verkauf nicht zustande gekommen. Mit dem Konzept, das wir nun umgesetzt haben, bleiben die ISE Unternehmen als wichtige Automobilzulieferer erhalten, können ihre Position stärken und weiter ausbauen“, so der Insolvenzverwalter Christopher Seagon, weiter.

ISE-Sprecher Alexander Lennemann sagte, er sei froh, dass die Anstrengungen aller Beteiligter nun doch noch zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden konnten. Dazu hätten die Beschäftigten, deren Betriebsräte und die IG Metall, die hauptbetroffenen Gläubigergruppen - hier vor allem Kreditinstitute und Lieferanten -, die Kunden der Betriebe und der neue Investor gleichermaßen ihren Beitrag geleistet.

Christopher Seagon dankte auch dem Bürgermeister von Bergneustadt, Gerhard Halbe, und dem Landrat des Oberbergischen Kreises, Hagen Jobi, für ihren unermüdlichen Einsatz. Ihre Solidarität zum Betrieb und den Beschäftigten sowie die vermittelnden Tätigkeit zur Politik und in der Öffentlichkeit hätten maßgeblich weitergeholfen.

Nordwind Capital wird die beiden ISE Unternehmen mit rund 2.050 von derzeit 2.380 Beschäftigten künftig als eine Gesellschaft, ISE Automotive GmbH, weiterführen. Die Beschäftigten der ISE Innomotive, die nicht übernommen werden können, sollen in einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (BQG) weiterbeschäftigt, für neue berufliche Aufgaben weitergebildet und bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen unterstützt werden.

Der Insolvenzverwalter teilt mit, dass der Kaufvertrag auch die Beteiligungsgesellschaften in Ungarn, USA, Südafrika, Türkei, China, Polen sowie in Hainichen (Sachsen) mit weiteren 1.640 Beschäftigten umfasst, deren Arbeitsplätze ebenfalls erhalten würden. Bei diesen Gesellschaften sei es gelungen, sie trotz verschärfter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen auf Grund der Insolvenzen der Muttergesellschaften aus der Insolvenz herauszuhalten. Durch diese Maßnahmen sei eine der bedeutendsten Automobilzuliefergruppe in der Insolvenz über einen Zeitraum von rund 1,5 Jahren fortgeführt worden. Sie bleibe durch den nun abgeschlossenen Kauf durch Nordwind Capital komplett erhalten.

Die neue ISEGruppe unter der Führung von Nordwind Capital mit dann rund 3.690 Beschäftigten stellt unter anderem Karosserie- und Fahrwerkskomponenten, Überrollschutzsysteme, Scharniere, Verdeckverschlüsse und Getriebeteile für deutsche und europäische Automobilhersteller her. Der Umsatz lag in 2006 bei insgesamt rund 450 Mio. Euro. „Der Investmentschwerpunkt unseres Fonds liegt auf Unternehmen mit einem nachhaltigen operativen Wertsteigerungspotenzial“, erläutert Anton Schneider, Geschäftsführer und Partner von Nordwind Capital anlässlich des Closings. „Wir sind zuversichtlich, die neue ISE Gruppe zügig zu sanieren und auf einen nachhaltigen profitablen Wachstumskurs mit innovativen Produkten zu führen. Zu unseren unmittelbaren Zielen zählt eine signifikante Produktivitätssteigerung an den Standorten unter anderem durch eine Optimierung von Prozessabläufen.“ (oh-01.06.2008 12:36)


 


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