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Waffen nach Durchsuchungen sichergestellt

Großaufgebot der Polizei bei Gummersbacher „Hells Angels“

Gummersbach - Nach der Ermordung eines „Badidos“ durch einen Sympathisanten der „Hells Angels“ spitzt sich die Lage zwischen den verfeindeten Rockerbanden zu. Ins Visier der Polizei rückte auch das Gummersbacher Chapter der „Hells Angels“. Hier sollen die „Bandidos“ bereits vor Jahren ein Mordopfer ausgespäht haben.

„Bandidos“ wollten Gummersbacher „Hells Angel“ töten

Im Mai 2007 wurde der Motorradhändler und „Hells Angel“ Robert K. in Ibbenbüren erschossen. Im anschließenden Prozess vor dem Schwurgericht in Münster sagte der Kronzeuge, ein 53-jähriger Ex-„Bandido“ vor Gericht aus, Robert K. sei im Grunde ein „Joker“ gewesen, seine Ermordung der „Plan B“. Die „Bandidos“ hätten eigentlich einen Mord in Gummersbach geplant, sich dann aber zurückziehen müssen. Irgendwann habe es dann geheißen: Dann ziehen wir den „Joker“, dann ist eben der Robert dran!

Warum die „Bandidos“ von ihrem eigentlichen Plan abgewichen sind, ist nicht bekannt - auch nicht, wann und ob diese Rockerbande sich möglicherweise wieder auf „Plan A“ besinnt.

Höchst angespannt ist die Lage zwischen den beiden bis aufs Blut verfeindeten Rockerbanden, seit am 8. Oktober 2009 ein 32-jähriges Mitglied der „Bandidos“ von einem Sympathisanten der „Hells Angels“ auf offener Straße in Duisburg erschossen wurde. Das Mordopfer soll dem 31-jährigen Täter kurz zuvor die Freundin ausgespannt haben. Über 1.500 „Bandidos“ fanden sich Tage später zu einer bewegenden Trauerfeier in Gelsenkirchen ein. Und die „Bandidos“ schwören Rache. In der November-Ausgabe der "Biker-News" hat die Rockergruppe eine Todesanzeige mit einer unheimlichen Botschaft an ihre Todfeinde, die „Hells Angels“ geschaltet. Erwartet keine Gnade - Gott vergibt, Bandidos nicht! Wo und wann es zu einer erneuten Eskalation kommt, weiß niemand. Die Polizei rüstet auf und zeigt Präsenz. Auch in Gummersbach.

Im Kampf gegen die Rockerkriminalität in Nordrhein-Westfalen hat die Polizei landesweit bekannte Treffpunkte der "Bandidos" und "Hells Angels" überprüft. So auch die Seasons End Party des Gummersbacher Chapters der „Hells Angels“, die zeitgleich mit der großen Trauerfeier der „Bandidos“ in Gelsenkirchen stattfand. Während dort mehrere hundert Polizeibeamte im Einsatz waren, zeigte die Polizei auch in Gummersbach massive Präsenz. Jeder der rund 100 Gäste zur offenen Party der „Hells Angels“ wurde kontrolliert, Autos wurden durchsucht. Sechs Springmesser, ein Tonfa, ein weiterer Schlagstock und eine Machete wurden sichergestellt. Der Einsatz mit 35 Polizeibeamten aus Bochum und ebenso vielen aus dem Oberbergischen Kreis wurde von einem in der bandenmäßigen Rockerkriminalität erfahrenen Führungsstab aus Münster geleitet. Und er blieb nicht ohne Wirkung. Auf der Internetseite der Gumersbacher „Hells Angels“ steht jetzt ein Hinweis zur Ankündigung des nächsten Events: Auch beim Open House ist mit Eingangskontrollen durch die Polizei zu rechnen !!!!

Obwohl die Party in Gummersbach friedlich verlief, sieht die Polizei - nicht zuletzt auch wegen der sichergestellten Waffen - die Notwendigkeit der Kontrollen, die auch dazu dienen, Konfliktherde gar nicht erst entstehen zu lassen, erklärt Polizeisprecher Ernst Seeberger. „Jeder Gast wurde kontrolliert, Personen und Autos durchsucht. Die Polizei wollte wissen, wer da aufeinander triff.“ Es sei nicht ganz auszuschließen gewesen, dass es zu einem Kampf mit den „Bandidos“ gekommen wäre, so Seeberger weiter. Immerhin sind die „Bandidos“ nicht weit. Die nächste Gruppe ist in Siegen.

Die Polizei hat landesweit beide Rockerbanden im Visier. Konflikte mit der Polizei sind in Gummersbach vermutlich aber nicht zu befürchten. „Die Hells Angels vom Gummersbacher Chapter waren sehr kooperativ. Im Umgang miteinander hat es auch bei den Kontrollen nichts zu bemängeln gegeben“, so Seeberger. (Gina Barth-Muth-09.11.2009 23:26)


 


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