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| Andreas Schmidt hielt den Täter an der "Lockvogeltüre" in Schach, während seine Ehefrau Claudia die Polizei alarmierte |
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Nümbrecht - Knapp ein Dutzend Einbrüche haben sich in den vergangenen Monate in der kleinen Ortschaft Niederbröl ereignet. Ein Tatort war eine liebevoll restaurierte und für Festlichkeiten ausgebaute Scheune. Als der Inhaber hier durch Zufall Anfang Januar einen Einbruch bemerkte, rüstet er gewaltig auf.
Andreas Schmidt war fest entschlossen, den Einbrecher zu erwischen, sollte er sich noch einmal in seine Scheune wagen. Und er war sich sicher, dass der Täter noch einmal wiederkommen würde. Drei Tage lang baute der versierte Handwerker an einer ausgetüftelten Falle, die ihm ermöglichte, den Täter schnell einzuschließen, wenn er noch einmal die Scheune betreten sollte. Nicht einmal mit geeignetem Handwerkszeug hätte der Eindringling die Schlösser oder weitere Barrieren knacken können. Bis auf die "Lockvogeltür", durch die der Täter offenbar schon einmal in das Gebäude eingestiegen war, waren alle Eingänge verrammelt und verriegelt und teils sogar durch stille Alarmgeber gesichert. Die Familie war auf den Ernstfall vorbereitet, die Vorgehensweise abgesprochen, die Rollen klar verteilt. Andreas Schmidt musste nicht lange auf einen weiteren „Besuch“ des Einbrechers warten.
Schon kurz vor Mitternacht sprang am vergangenen Montag die Alarmanlage an, im Gebäude waren Schritte zu hören. Sofort wurden sämtliche Ausgänge von Andreas Schmidt, seiner Ehefrau Claudia und dem gemeinsamen Sohn verriegelt und bewacht. In Windeseile waren dem Täter die Fluchtwege verschlossen. Nahezu zeitgleich informierte Claudia Schmidt die Polizei. „Und die waren sehr schnell mit drei Streifenwagen und fünf Beamten hier“, sagt Andreas Schmidt, der sich auch bezüglich des weiteren Vorgehens sehr lobend über die Polizei äußerte. Es sei alles sehr schnell gegangen. Der 26-jährige Nümbrechter, der sich beim Versuch aus der Scheune zu fliehen, eine Platzwunde am Kopf zugezogen hatte, habe wie die Maus in der Falle gehockt. „Im Nu hatte er Handfesseln an und wurde abgeführt“, sagt Schmidt. Besonders erfreut zeigte er sich auch darüber, dass ihm die Polizei sogar einen Großteil der Beute - darunter zwei Stereoanlagen, etliche CDs und Vidoes - zurück brachte, die der Täter bei seinem ersten Einbruch in die Scheune mitgenommen hatte.
Wie die Polizei heute mitteilt, konnten dem 26-Jährigen, der eine Nacht in der Zelle verbringen musste, bei der Vernehmung am Dienstag bereits drei weitere Einbrüche in Scheunen und Gartenhäuser im Bereich Nümbrecht nachgewiesen werden. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde der Nümbrechter gestern entlassen.
Das Objekt in Niederbröl sollte der Täter zukünftig meiden. „Es ist und bleibt gesichert“, warnt Schmidt. (Gina Barth-Muth-20.01.2010 11:59)
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