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Blaulicht
Oberberg - Zur heutigen Pressemitteilung des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BdK) im Oberbergischen Kreis stellen die beiden CDU Landtagsabgeordneten Peter Biesenbach und Bodo Löttgen fest: „Der Oberbergische Kreis ist, bezogen auf die Anzahl der Straftaten, der sicherste Kreis in Nordrhein-Westfalen. Ursächlich hierfür sind die hervorragende Arbeit der Kriminalbeamtinnen und -beamten bei Strafverfolgung und Präventionsarbeit sowie die gute Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der Schutzpolizei. Die Hinweise auf Personalmangel, Überalterung und möglicherweise mangelnde Aus- bzw. Fortbildung im Bereich technischer Ermittlungen aus der heutigen Pressemitteilung des BdK nehmen wir daher sehr ernst“, so die beiden Landtagsabgeordneten.
„Wir werden dem BdK noch heute ein Gesprächsangebot machen, um uns umfassend über die Probleme zu informieren", so Peter Biesenbach. „Anschließende Gespräche mit Landrat Hagen Jobi, der oberbergischen Polizeiführung und dem Innenministerium sollten zu Lösungen führen.“
„Wir wollen unsere führende Position in NRW sichern und brauchen dazu eine starke, handlungsfähige und gut ausgebildete oberbergische Kriminalpolizei“, fügt Bodo Löttgen abschießend hinzu. (red.-30.04.2009 13:53)
Gummersbach - Kai Wegermann, Vorsitzender im Bund Deutscher Kriminalbeamter, Bezirksverband Gummersbach, kritisierte in seiner gestrigen Jahreshauptversammlung, dass für den Bereich der KPB Oberberg, innerhalb der Direktion Kriminalität nach wie vor Regelungsbedarf bestehe und führte aus, dass die personelle Ausstattung insbesondere der kleinen Regionalkommissariate Waldbröl und Wipperfürth wie auch des Kommissariates Vorbeugung kaum effektive Tataufklärung bzw. Prävention zulasse.
“Solche Kleinstdienststellen sind kaum überlebens- geschweige denn handlungsfähig“, so Wegermann weiter. Der BDK habe bereits vor drei Jahren dem Behördenleiter ein Direktionskonzept für die Kripo vorgeschlagen, welches diesen Problemen im Vorfeld begegnet wäre. Es sei daher zu begrüßen, dass die Aufstellung der Oberbergischen Kriminalpolizei diesbezüglich seitens der neuen Abteilungs- und Direktionsleitung nunmehr überdacht werde, wobei jedoch die personell immer schwächere Besetzung der Direktion K notwendige Änderungen teilweise unmöglich mache. In diesem Zusammenhang sei jedoch die Schließung des Kriminaldauerdienstes Ende vergangenen Jahres aus BDK-Sicht kontraproduktiv gewesen, da nunmehr immer weniger und älter werdende Kriminalisten nachts und an Wochenenden/Feiertagen erforderliche Ermittlungen aus einer Rufbereitschaft heraus in Angriff nehmen müssen.
“Die Kriminalwache hatte sich bewährt und wir unterstützten sie; ihre Aufgabe zu Gunsten eines direktionsübergreifenden Einsatztrupps war ein Fehler. Die Oberbergische Kripo blutet aus, wir haben immer weniger Ermittler und zählen mit einem Altersdurchschnitt deutlich jenseits der 50 zu den ältesten Behörden in NRW. Die polizeiliche Abteilungsleitung ist gut beraten, den für die Erfüllung der unterschiedlichen polizeilichen Aufgabenfelder innerhalb der drei Direktionen jeweils benötigten und jüngeren Personalansatz auch zukünftig ohne Anwendung von nichts sagenden statistischen Zahlen zu gewähren, wie dies in längerer Vergangenheit einmal mit Erfolg praktiziert wurde; hierzu bedarf es aber insbesondere auch entsprechender Personalzuweisungen aus Düsseldorf. Dann werden es die trotz landespolitischer und fiskalischer “Geiz-Ist-Geil-Mentalität“ gebeutelten Kriminal-, Schutz- und Verkehrspolizisten des Oberbergischen Kreises mit motiviertem Einsatz zum Schutze der Bevölkerung danken“, so Wegermann abschließend.
Dies griff Wilfried Albishausen, Landesvorsitzender NRW und stellvertretender BDK Bundesvorsitzender auf und referierte über die (innen)politischen Sicht- und Denkweisen im Zeitalter des Dr. Ingo Wolf. Albishausen erläuterte u.a. die negativen Auswirkungen der Funktionszuordnung gerade für kleine Landbehörden, die als so genannte Endbehörden in der Regel auch einen ausgesprochen hohen Altersdurchschnitt insbesondere auch in den Kriminalkommissariaten aufweisen. Per Erlass verfügte das Innenministerium bereits im Jahre 2006, dass alle polizeilichen “Führungs- und herausragende Sachbearbeiterfunktionen“ zu beschreiben und fortan entsprechend zuzuordnen sind. Für den Bereich der KPB Oberberg bedeutete dies, dass zwei Drittel der Führungs- und knapp die Hälfte der besonderen Sachbearbeiterfunktionen stellenplanmäßig von der Kriminal- zur Schutzpolizei verlagert wurden.
“Dieser Klau von landesweit 500 hochrangigen Beförderungsstellen war ein erneuter Schlag ins Gesicht der Kriminalbeamten, die derzeit als ausgebildete Spezialisten der Kriminalitätsbekämpfung und -aufklärung in den unterschiedlichsten Deliktsbereichen kaum noch Beförderungschancen haben“, erklärte Albishausen. Das Land NRW spare im Bereich der Kriminalpolizei an allen Ecken und Enden und die Klein- und Großkriminellen, die es nicht nur in Großstädten sondern zunehmend auf dem “polizeischwachen“ Land sowie im allgegenwärtigen Internet gebe, feixten ob des Entdeckungsrisikos. “Kriminalopas“ ohne jedwede informationstechnologische Aus- oder Fortbildung, 50- bis 60 jährige “Jugendsachbearbeiter“, “Kriminalisten“ in Leitungsfunktionen von Schutz- oder Verkehrspolizei, hervorragende “Schutzpolizisten“ als Sachbearbeiter von Serien- und Organisationsstraftaten; dies alles könne nicht im Sinne einer aufgabenorientierten Verwendung von zukünftig wieder spezialisiert aus- und fortgebildetem Personal sein. Albishausen appellierte an die Einsichtsfähigkeit der Landespolitik einer- wie die der Oberbergischen Behördenleitung andererseits.
Er forderte, nicht erneut “Elektriker als Klempner, Maler als Maurer oder Dachdecker als Kanalarbeiter“ einzusetzen, sondern die polizeilichen Spezialisten dort zu verwenden, wo sie ihr erlerntes Können am effektivsten zum Wohle des Volkes zeigen könnten. Hierzu sei es aber auch erforderlich, der Kripo entsprechende Beförderungsmöglichkeiten zurück zu geben. “Wir sind auf dem richtigen Weg, z.B. mit dem Direktionsmodell und der aufgabengetrennten Aus- und Fortbildung, alles im Sinne der inneren Sicherheit. Diese gibt es aber nicht umsonst oder zum “20%-Auf-Alles-Preis“ mit der für die Bevölkerung wichtigen Verbrechensverhütung oder zumindest -aufklärung. Dass sich nicht nur Führung sondern gerade auch kriminalistische Kompetenz lohnen muss, scheint im Sicherheitsetat schwer integrierbar zu sein. Der BDK hat aber auch diesbezüglich bereits innovative Vorschläge gemacht, deren Umsetzung kurz bevor steht. Es gilt für uns aber auch zukünftig, auf allen Ebenen weiter dicke Bretter zu bohren“, so Albishausen abschließend. (red.-30.04.2009 12:57)
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