Suche:
 Inhalt

 

 News 
Tierseuche verursacht Missbildungen bei Lämmern

Erster Verdachtsfall von Schmallenberg-Virus

Außergewöhnliche Freundschaft, aber gesunde Tiere
Oberberg - Das Kreisveterinäramt geht einem ersten Verdachtsfall des sogenannten "Schmallenberg-Virus" nach. Ein Schafhalter in Marienheide hatte das Kreisveterinäramt informiert. Der „Schmallenbach-Virus“ ist im vergangenen Herbst erstmals in den Niederlanden aufgetreten. Lämmer befallener Schafe und Ziege weisen starke Missbildungen auf und sind nicht überlebensfähig.

Am Montagmorgen hatte ein Schafhalter in Marienheide beim Kreisveterinäramt gemeldet, dass ein neugeborenes Lamm entsprechende Missbildungen aufweist. Der Kreis wird den sichergestellten Tierkörper zur Untersuchung beim Staatlichen Veterinär-Untersuchungsamt in Krefeld einschicken, sagt Kreisveterinär Dr. Stefan Kohler.

Bisher bekannte Missbildungen der Lämmer sind Wasserkopf, verdrehte und versteifte Gelenke sowie eine deformierte Wirbelsäule. Derzeit ist von 50 Fällen in NRW die Rede. Im Kreis Soest wird eine Missbildungsrate von 30 Prozent in dieser Saison erwartet. Ungewiss sind die Risiken bei Rindern, die ebenfalls von dem Virus befallen werden können.

Bekannt ist, dass das Schmallenberg-Virus bei Milchkühen hohes Fieber und einen starken Rückgang der Milchproduktion bewirkt. Der Erreger zählt zur Gattung der Orthobunyaviren, die bislang nur bei Rindern in Ozeanien, Australien und Afrika bekannt waren. Das Virus wird durch Stechmücken übertragen. In Europa war die Krankheit bis vor wenigen Monaten nicht bekannt, daher gilt keine Anzeige- oder Bekämpfungspflicht. Der Infektionsweg und die Ausbreitung des Erregers sind noch nicht vollständig geklärt. Als Vorsichtsmaßnahmen sollten Insekten abwehrende Mittel bei Schafen und Rindern eingesetzt werden.

Auch das Veterinäramt des Oberbergischen Kreises rechnet mit weiteren Krankheitsfällen bei Schafen, da die Ablammzeit jetzt begonnen hat. Bislang ist unklar, ob der Erreger neu eingeschleppt wurde oder schon länger unerkannt in Europa vorkommt. Das Friedrich-Löffler-Institut weist auf die Bedeutung der Viren für Rinder, Schafe und Ziegen hin und betont, dass die Viren kein Risiko für den Menschen darstellen. (red.-16.01.2012 13:44)


 


© 2003-2023 oberberg-heute.de Alle Rechte vorbehalten. Impressum / Datenschutzerklärung