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Kay Wegermann
Foto: Privat |
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Oberberg - “Die Oberbergische Kriminalpolizei ist förmlich am Ende, ausgeblutet, überaltert und seitens der NRW Innenpolitik seit Jahren völlig im Stich gelassen“, beschreibt Kay Wegermann, Vorsitzender des Gummersbacher Bezirksverbandes und stellv. Landesvorsitzender des Bund Deutscher Kriminalbeamter NRW, die aktuelle Situation seiner Kollegen der Kripo im Oberbergischen.
In den letzten acht Jahren reduzierte sich die Zahl der für die Ermittlung und Aufklärung von Straftaten im Oberbergischen verantwortlichen Beamten um etwa 20 Prozent.
“Ich gebe dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU NRW, MdL Peter Biesenbach, der sich aktuell in vielen überregionalen Medien massiv gegen die verfehlte Personalpolitik bei der nordrhein-westfälischen Kripo ins Zeug legt, zwar Recht. Es muss an dieser Stelle aber auch die Frage gestellt werden, was seine Partei in den fünf Jahren ihrer Regierungsverantwortung hiergegen unternommen hat? Aus Sicht des BDK und unserer Kolleginnen und Kollegen vor Ort sage ich hierzu: Leider gar nichts!“, erklärte Kay Wegermann heute in Gummersbach.
„Die herausragenden Ergebnisse der kriminalpolizeilichen Ermittlungen wurden und werden zwar als mediales Zugpferd örtlicher wie überregionaler Erfolgsverkündigungen seitens des Innenministeriums und der jeweiligen Behördenleitungen nach wie vor immer wieder gerne ins Feld geführt. Die sich unter anderem im Digitalzeitalter befindlichen, völlig veränderten Täter- und Tatstrukturen werden jedoch politisch parteiübergreifend verkannt und die sich hieraus zwingend ergebenden Erfordernisse an deutliche Strukturänderungen der NRW-Polizei in Gänze ignoriert“, so Wegermann weiter.
Oberbergische Kripo in ganz NRW am schwersten be- und getroffene Sicherheitsmacht
“Gleichwohl trifft MdL Biesenbach mit seiner aktuellen, aus der nunmehrigen Oppositionsrolle heraus indes einfachen Kritik an der kriminalpolizeilich desaströsen Personalpolitik der aktuellen Regierung ins Schwarze und somit auch den Kern des Übels: Die Oberbergische Kripo ist eine der in ganz NRW am schwersten be- und getroffene Sicherheitsmacht. Wir haben durch ausgebliebenen Nachersatz sowie Personalabordnungen an die beiden Schwerpunktpräsidien Köln und Wuppertal infolge aktuell rechtsextremistisch verursachter Prioritätsverlagerungen erneut knapp zehn Prozent unserer operativ einsetzbaren Kripo-Kräfte verloren“, gab Wegermann weiter bekannt.
Geriatriestationen der jeweiligen Behörden
Hätte dies ganz NRW so getroffen, wären weit mehr als 500 Kriminalbeamte weniger verfügbar, um sich um die “alltäglichen“ Belange der Opfer und Geschädigten einfacher, mittlerer und schwerer Kriminalität zu kümmern. Nachersatzdefizite und Personalabordnungen belasten jedoch insbesondere und leider seit Jahren erneut die kleineren “Endverwendungsbehörden“ am stärksten. Diese sind wie die oberbergische Kripo mit einem Altersdurchschnitt weit jenseits der 50 ohnehin massiv überaltert und verkommen zunehmend zu Geriatriestationen der jeweiligen Behörden.
“Wir befinden uns in einer Teufelsspirale, in der gerade die mittleren und kleinen Landratsbehörden durch zunehmenden Personalabbau immer weniger operative Kriminalitätserkennung und in der Folge sachbearbeitende Straftatenaufklärung leisten können. Daher wird die örtliche Kripo nach und nach weiter ausgedünnt und mutiert organisations- sowie statistikbedingt zu einer politisch gebilligten, wenn nicht gar gewollten, aussterbenden Sicherheitsmacht! Für Oberberg bedeutet dies: Weniger erkannte Kriminalität, weniger Personal, geringere Aufklärung. Ich fordere das Ministerium für Inneres und Kommunales daher auf, der oberbergischen Polizei deutlich mehr Personal zuzuweisen. Gleichzeitig erwarte ich von unserer Behördenleitung in Umsetzung der Forderung der Landes-CDU, dieses Personal sodann im Rahmen der eindeutigen Erlasslage vordringlich für die Verjüngung und gleichzeitige Verstärkung der Kriminalpolizei einzusetzen!“, erklärte Kay Wegermann gestern abschließend in Gummersbach. (red.-29.01.2012 17:20)
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