Suche:
 Inhalt

 


 

 News 
SPD Morsbach denkt an Modell der KV RegioMed Praxis in Joachimsthal

Offener Brief an die Kassenärztliche Vereinigung Oberberg zur Lage der Gesundheitsversorgung in Morsbach

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. med. Bödecker,

die Gesundheitsversorgung findet naturgemäß dort statt, wo die Menschen leben. Vor diesem Hintergrund sind die Gemeinden besonders herausgefordert, soziale und gesundheitliche Belange der Menschen direkt vor Ort bedürfnisgerecht zu gestalten. In der Gemeinde Morsbach ist die bedürfnisgerechte Gesundheitsversorgung mindestens stark gefährdet, wenn nicht sogar schon nicht mehr vorhanden. Drei praktizierende Hausärzte, und eine Praxis die halbtags besetzt ist, reichen für eine knapp 10.000 Einwohnergemeinde mit über 60 Ortschaften nicht aus, zumal ärztliche Notfallpraxen erst in den ca. 12km bzw. ca. 30 km entfernten Krankenhäusern vorhanden sind. Dabei ist zu bedenken, dass im Gemeindegebiet ein Behindertenzentrum mit 120 Plätzen und vier Alten- bzw. Seniorenheime bestehen, eine Sondersituation, die Ihresgleichen im Land suchen dürfte.

Es besteht der Bedarf nach einer regional koordinierten und gesteuerten Gesundheitsversorgung, die alle Versorgungsbereiche (ambulant, stationär, Prävention, Gesundheitsförderung, Rehabilitation, Pflege) im Blick hat. Mit dieser Zielstellung hat die Gemeinde Morsbach im Verein bereits seit geraumer Zeit mit Fachbüros über eine Anwerbung von Landärzte in der Nachfolge von bisher noch aktiven Ärzten, die mittlerweile den Praxisbetrieb eingestellt haben, gesprochen und Werbemaßnahmen durchgeführt. In die Fördermaßnahmen des Landes wurden dabei positive Erwartungen gesetzt. Gleichzeitig ist es gelungen, einen privaten Investor für die Erstellung eines Ärztehauses im Zentralort auf einem ehemals gemeindlichen Grundstück zu gewinnen, der seinerseits ebenfalls -auch von fachlich versierter Seite- hoffnungsfrohe Signale für eine baldige Besetzung erhalten hatte.

Die erheblichen Bemühungen von verschiedener Seite haben jedoch nicht zum Erfolg geführt. Die ärztliche Versorgung ist in Morsbach nahezu nicht mehr gewährleistet Aus Sorge und in Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde strebt die SPD Morsbach, ein gemeindliches medizinisches Versorgungszentrum an. Das Kreiskrankenhaus Waldbröl könnte hier als Kooperationspartner dienen.

Hierzu ist die Unterstützung der Kreisverwaltung (Haushalt und Stellenplan), der Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde, der kassenärztlichen Vereinigung und evtl. des zuständigen Ministeriums des Landes NRW erforderlich. Als positives Modell kann die KV RegioMed Praxis in Joachimsthal (Brandenburg) dienen. „Die KV RegioMed Praxis in Joachimsthal ist eine Eigeneinrichtung der KV Brandenburg nach § 105 SGB V. Das Konzept bietet insbesondere jungen Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit, ohne das wirtschaftliche Risiko und die langfristige Bindung einer eigenen Niederlassung eine Arztpraxis zu führen. Die angestellte Ärztin in Joachimsthal bekommt von der KV ein Gehalt und führt die Praxis als ärztliche Leiterin. Die KV unterstützt die Ärzte bei der Abrechnung, der Versorgung mit Verbrauchsmaterialien, dem Qualitätsmanagement und weiteren Verwaltungsaufgaben. Die Ärzte können jederzeit entscheiden, aus dem Modell auszusteigen und die Praxis selbst zu übernehmen, um sich niederzulassen.

Das Konzept berücksichtigt die Präferenzen und Interessen des ärztlichen Nachwuchses. Jungen Ärztinnen und Ärzten wird mit dem Konzept die Möglichkeit geboten, ohne wirtschaftliches Risiko und langfristige Bindung mit flexiblen Arbeitszeitmodellen im Angestelltenverhältnis in einer hausärztlichen Praxis tätig zu sein.“ Was dort in Brandenburg aber auch anderswo funktioniert, sollte auch in Morsbach (ggfll. In Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Reichshof) möglich sein. Um Stellungnahme und entsprechende tatkräftige Unterstützung wird gebeten.

Für die SPD Morsbach

Rolf Petri
Fraktionsvorsitzender


Tobias Schneider
Kreistagsmitglied


(red.-24.01.2016 16:00)


 


© 2003-2016 oberberg-heute.de Alle Rechte vorbehalten. Impressum