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Theater in Wiehl

Schau-Spiel-Studio Oberberg zeigt „Die Räuber“

Fotos: Schau-Spiel-Studio Oberberg
Wiehl - Mit ihrer dritten Inszenierung der Spielzeit 2025/26 bringt das Theater in Wiehl unter der Regie von Anna Franziska Pflitsch einen zeitlosen Klassiker auf die Bühne: das Drama „Die Räuber“ von Friedrich Schiller. Die Premiere findet am Freitag, 23. Januar 2026 um 19.30 Uhr im Schau-Spiel-Studio Oberberg, Theater in Wiehl.

Anna Franziska Pflitsch
Zum Inhalt
Das Drama handelt von der Familie von Moor. Genauer gesagt, von den Brüdern Karl und Franz von Moor und ihrem Vater Maximilian von Moor. Karl ist der ältere Bruder und lebt getrennt von seiner Familie. Er studiert nämlich in Leipzig. Franz ist der jüngere Bruder, er lebt auf dem Familienanwesen mit seinem Vater. Karl wurde schon immer bevorzugt, er ist der schöne, intelligente, begehrenswerte Sohn. Franz jedoch wird als hässlich, benachteiligt und verbittert beschrieben. Eines Tages startet Franz eine Intrige, durch die er seinen Bruder enterbt und ihn glauben lässt, sein Vater hätte ihn verstoßen. Dadurch schafft es Franz, die Zuneigung seines Vaters zu gewinnen. Der verzweifelte Karl lässt sich überreden, eine eigene Räuberbande zu gründen. Mit ihr reist er durch das Land und begeht zahlreiche Übeltaten.

So schildert das Drama die Rivalität zweier gräflicher Brüder: Auf der einen Seite der von seinem Vater geliebte, intelligente, freiheitsliebende spätere Räuber Karl Moor, auf der anderen Seite sein kalt berechnender, unter Liebesentzug leidender Bruder Franz, der auf Karl eifersüchtig ist und das Erbe seines Vaters an sich reißen möchte. Zentrales Motiv ist der Konflikt zwischen Verstand und Gefühl, zentrales Thema das Verhältnis von Gesetz und Freiheit. Das Publikum erwartet eine dramatische und spannende Inszenierung, in der alle Figuren mit Frauen besetzt sind.

Zur Uraufführung
Am 13. Januar 1782 wurden „Die Räuber“ am Nationaltheater Mannheim uraufgeführt. Das öffentliche Interesse war riesig, da bereits die ein Jahr zuvor erschienene Druckausgabe großes Aufsehen wegen ihrer offenen Kritik am Feudalsystem erregt hatte.

Die Aufführung löste einen Theaterskandal aus. Ein Zeitzeuge berichtete: „Das Theater glich einem Irrenhaus, rollende Augen, geballte Fäuste, heisere Aufschreie im Zuschauerraum. Fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme, Frauen wankten, einer Ohnmacht nahe, zur Tür. Es war eine allgemeine Auflösung wie ein Chaos, aus dessen Nebeln eine neue Schöpfung hervorbricht.“ Auf dem Vorsatzblatt der Erstausgabe findet sich ein Zitat von Hippokrates als Motto: „Was Medikamente nicht heilen, heilt das Messer (wörtlich: Eisen); was das Messer nicht heilt, heilt das Feuer.“

Zum Autor
Friedrich Schiller, geboren am 10. November 1759 in Marbach am Neckar und gestorben am 9. Mai 1805 in Weimar, war Dichter, Schriftsteller, Historiker und Dramatiker. Er war außerdem promovierter Mediziner.
Schillers Werk ist äußerst umfangreich. So verfasste er Prosa und Lyrik sowie zahlreiche Dramen und betätigte sich darüber hinaus als Übersetzer und Philosoph. Er zählt neben Wieland, Goethe und Herder zu den wesentlichen Vertretern der Weimarer Klassik, wobei vor allem seine ersten Werke, wie etwa „Die Räuber“, eindeutige Merkmale der Epoche des Sturm und Drang aufweisen.
1782 vollendet Schiller seine Arbeit an „Die Räuber“. Er bekommt eine Gefängnisstrafe wegen unerlaubten Entfernens von seinem Arbeitsplatz. Die nicht medizinische Schriftstellerei wird ihm gänzlich untersagt. Schiller wird fahnenflüchtig und verlässt Stuttgart.

Die Regisseurin Anna Franziska Pflitsch
Anna Franziska Pflitsch hat in Mainz Theaterwissenschaften und Englische Literatur studiert.
Bereits während ihres Studiums realisierte sie erste Regiearbeiten. Hospitanzen führten Anna Franziska Pflitsch unter anderem ans Nationaltheater Mannheim.
Schon als Jugendliche war sie seit 2011 als Schauspielerin im Schau-Spiel-Studio Oberberg aktiv. Seit der Spielzeit 23/24 ist sie nicht nur auf der Bühne als Schauspielerin zu sehen, sondern zeigt ihr Wirken und Können als Regisseurin im Schau Spiel Studio Oberberg.

So inszenierte zuletzt „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer, „Die Deutschlehrerin“ von Judith W. Taschler und „Terror“ von Ferdinand von Schirach.

Zur Regie-Idee:
„Anna, warum wolltest du die Räuber „nur“ weiblich besetzen?“
„Ich habe diese Form der Besetzung schon in mehreren, für mich sehr überzeugenden Inszenierungen des Stückes gesehen. Es geht nicht primär um das Geschlecht der Figuren, sondern um ihre Konflikte, inneren Kämpfe und um die Strukturen, die sie umgeben. Entscheidend ist also, dass die Schauspielerinnen in Typ und Ausdruck zu den Rollen passen - dann lassen sich die zentralen, zeitlosen Themen des Stücks wunderbar wirkungsvoll erzählen.“

Es spielen:
Karl von Moor / Katrin Platzner
Franz von Moor / Gesa Dittmann
Graf Maximilian von Moor, / Bärbel Stinner
Spiegelberg
Amalia von Edelreich, / Paula Erdmann
Razmann
Hermann, Pater / Marianne Zager
Roller, Kosinsky / Meike Schneider
Schweizer / Gabi Bülter
Schwarz / Inge Panhey
Grimm / Isabella Pohl
Schufterle / Jutta Rieckmann

Regie:
Anna Franziska Pflitsch
Technik:
Benedikt Sander und Pirmin Ader

Premiere:
Freitag, 23. Januar 2026, 19.30 Uhr
Weitere Vorstellungen:
SA    24. 01. 19.30 Uhr
SO    25. 01. 18.00 Uhr
SA    31. 01. 19.30 Uhr
SO    01. 02. 18.00 Uhr
MI    04. 02. 19.30 Uhr
FR    06. 02. 19.30 Uhr
SO    08. 02. 18.00 Uhr
MI    11. 02. 19.30 Uhr
FR    13. 02. 19.30 Uhr
SA    14. 02. 19.30 Uhr      
SA    21. 02. 19.30 Uhr
SO    22. 02.   18.00 Uhr    

Online-Tickets unter www.bergisch-live.de , telefonische Vorbestellungen bei Wiehl Ticket unter 02262-99 285. (red.-12.01.2026 15:26)


 


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