Suche:
 Inhalt

 

 News 
„Eigengewächse“ bereicherten den Pfarrkarneval

Närrisches Bühnenprogramm im Gertrudisheim

Alle Fotos Christoph Buchen
Morsbach - Der echte „Müeschbejer Karneval“ wird immer im Gertrudisheim gefeiert. So platzte auch am vergangenen Samstag (07.02.2026) der Saal wieder aus allen Nähten, als Moderator Frank Rinscheid unter dem Motto „Op rich, op arm, op grueß, op kleen, dr Müeschbejer Pfarrkarneval hält alle bineen!“ die Traditionsveranstaltung eröffnete. Er versprach den über 200 närrischen Besuchern ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm. Und er hielt, was er versprochen hatte. So präsentierten der Trägerverein Gertrudisheim und Frank Rinscheid mit seinem Orgateam viele „Eigengewächse“, eben „handgemachten Karneval“.

Eisbrecher war die Kindergarde der Karnevalsgesellschaft Morsbach: Toller Auftritt der 19 Nachwuchstänzer, moderiert von Manuel Puhl! Besonders glänzte das Tanzpaar Ellis Stausberg und Mats Stricker. Das vom Heimatverein gekürte „Echt Müeschbejer Mädchen“ Brigitte Kötting plauderte danach den neusten Dorftraasch raus. So wusste sie schon, dass Tommi vom Bistro eine Taxi-Lizenz erwerben wird, weil es ansonsten nachts einen Taxinotstand geben würde. Und: Die Doorfdeuwel im Himmel schauen zu, wie das Müeschbejer Landrecht angewendet wird. Beim Glasfaserausbau wird auch schon mal ein Stromkabel getroffen und das Dorf lahmgelegt, und um eine Straße zu sperren, wird einfach eine Ampel „uffjestellt“.

Die Bühne fasste kaum das gesamte Schmölzje, als die Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Denklingen mit Prinzessin Lisa und Prinz Robin I., den Pänz von der Burg, der Burggarde sowie dem Vorstand aufmarschierte. Sie waren mit zwei Reisebussen gekommen, und ihr Motto lautete „Zosamme sinn mer eins!“. Für den tolle Auftritt und die Tänze ernteten sie tosenden Applaus.

Auch das Pastoralteam war wieder mit von der Partie. Als „Die Kirchensänger von der heiligen Cäcilia“ hatten sie die Beatles-Songs „Yellow Submarine“ und „Yesterday“ umgetextet, und das klang dann von Pfarrverweser Markus Brandt, Kaplan Arnauld Zadji, Gemeindeassistentin Cornelia Hardieß und Kirchenmusiker Dirk van Betteray so: „Wir singen alle für Cäcilia“ und „Pfarrer sein …“. Fehlen durfte beim Pfarrkarneval auch nicht ihre „Allerheiligenlitanei“.

Schon zur Tradition gehören die Auftritte der Mini-Wolpertinger, dieses Mal mit dem Thema „Barbie“, und der großen Wolpertinger, die als Gefangene der JVA Morsbach ausgebüxt waren. Beide Tanzgruppen zeigten jeweils mit 22 Tänzerinnen und Tänzern ihr Können.

Frei nach Loriots „Weihnachten bei Hoppenstedts“ spielte die Theatergruppe Morsbach den Sketch mit dem Besuch von drei Vertretern bei Mutter Hoppenstedt (gespielt von Ingrid Diederich). Der Weinverkäufer (Norbert Kötting) schenkte ihr nacheinander eine Probe des „Wernsbejer Krötenpfuhl“, des „Ellinger uusjelofenen Müllenweiher“ und des „Euellocher Iiskeller“ aus, währenddessen der Staubsaugervertreter (Lara Schmidt) den „Sackbläser Allermann“ anpries („Es saugt und bläst der Allermann, wo Mutti sonst nur saugen kann!“).

Dann kam auch noch der Versicherungsvertreter Eiteneuer (Uwe Mauelshagen) von der Lebenskrankensachversicherungs-AG. Schließlich hatten alle den Kanal dermaßen voll, dass sie nur noch lallten.

Spitze war auch erneut der Damenelferrat aus Wendershagen. Schwester Oberin im Frauenkloster „Melissengeist“ lud zur Konferenz ein, um zu hinterfragen, warum alle Nonnen den Antrag auf Rückstellung in den Laienstand gestellt hatten. Sowohl Schwester Hureissassa, als auch Schwester Nichtsnutzia, Schwester Nutella und Schwester Frikadella störte die Enge und Eintönigkeit des Klosters. Sie wollten lieber Feiern, Kegeln oder einen Mann. „Wenn ihr Euch alle so selbstverwirklichen wollt, dann ich auch“, resümierte am Schluss die Oberin.

Nächster Höhepunkt: „Bel Kantholz“, die Nachwuchstruppe des MGV Eintracht. Sie hatte wieder Lieder und kurze Videospots mitgebracht. „Ihr zeigt uns die Liebe zur Republik in Bild und Ton“, kündigte Moderator Rinscheid die acht „Müeschbejer Jongs“ an. Sie kritisierten musikalisch das obere Bahnhofsgelände als „Schandflecken“ und schlugen vor, an dessen Stelle ein „Lokal für Allemann“ einzurichten. Mit zwei weiteren Liedern zollten sie eine Hommage an die Wolpertinger für deren 40-jähriges Bestehen in diesem Jahr und an den SV Morsbach „für die schöne, neue, grüne Wiese“, eben den neuen Kunstrasen. Als aktuelle Hymne gaben sie „Mueschbech, he sinn mer deheem!“ zum Besten.

Höhepunkt des fast fünfstündigen närrischen Programms war schließlich der Auftritt der Karnevalsgesellschaft Morsbach mit Prinzessin Liya I. aus dem Hause Bukowski, dem Vorstand, Damenelferrat und den Garden. Bei den tollen Tänzen und den akrobatischen Hebefiguren der Garde Blauweiß und der Funkengarde stockte so manchem Zuschauer der Atem.

Zum Schluss dankte der gut aufgelegte Moderator Frank Rinscheid seinem siebenköpfigen Orgateam und dem Musiker Manfred Klein aus Elspe, die alle zum Gelingen des Abends beigetragen haben. (Christoph Buchen-08.02.2026 18:46)












































 


© 2003-2023 oberberg-heute.de Alle Rechte vorbehalten. Impressum / Datenschutzerklärung