Waldbröl-Bladersbach - Am Osterfest werden wieder alte Bräuche in Bladersbach gepflegt. Wie einer Pressemitteilung des evangelischen Kirchenkreises An der Agger zu entnehmen ist, gibt es dort am Ostersamstagabend um 18.00 Uhr ein Osterfeuer am Vereinshaus, wo die Kinder auch Eier bemalen können. Am Ostersonntag ist um 05.30 Uhr ebenfalls am Vereinshaus Treffen zum Auferstehungssingen mit anschließendem gemeinsamem Frühstück. Ostermontag veranstaltet dann die evangelische Kirchengemeinde Waldbröl ab 14.00 Uhr ein Eierschibbeln und Hötschlen nach altem Brauch im Bladersbach.
Das Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) schreibt darüber, dass sich beim traditionellen Wettkampf unter Kindern, dem Eierschibbeln, eine Gruppe von Kinder rund um einen Spielaufbau versammen. Ein kleiner Zaun aus Haselgeflecht, Heu und Moos dient als Begrenzung für die herunter rollenden Eier. Hierbei lassen Kinder Eier einen kleinen Grashügel hinunter kullern („schibbeln“) und versuchen, die Schale der anderen Eier durch Berührung anzustoßen („anzuditschen“). Der Brauch wurde 1980 in einer Filmdokumentation des LVR festgehalten. Sogar die Sendung mit der Maus des WDR-Fernsehens ist auf diesen Brauch aufmerksam geworden und hat ihn 2017 ebenfalls filmisch begleitet.
Einen direkten Bezug zur biblischen Heilsgeschichte hat das Hötschelspiel, das ebenfalls Ostermontag in Bladersbach ausgetragen wird. Wie man einer Beschreibung des LVR über diesem Brauch aus dem Jahr 1980 entnehmen kann, versuchen dabei ältere Dorfbewohner eine Wurfscheibe aus Blei möglichst dicht an eine markierte Linie zu werfen. Die dafür notwendigen Scheiben wurden vor der Kirche schon in die Manteltaschen gesteckt. Der Brauch bezieht sich auf Judas Ischariot, einem der 12 Jünger, der aus Reue über die Festnahme und Auslieferung Jesu an die Römer seinen Verräter-Lohn von 30 Silbermünzen den Hohenpriestern zurück in den Tempel warf. (Christoph Buchen-4. April 2026)
|