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| (Fotos: Christoph Buchen) |
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Morsbach - „Der NABU Morsbach lädt Sie heute zu einer Wanderung in die Naturapotheke am Wegesrand ein.“ Mit diesen Worten begrüßte kürzlich der Vorsitzende des NABU Morsbach, Christoph Buchen, die Teilnehmer zu einer Exkursion mit der zertifizierten Kräuterpädagogin Ina Klinkenberg. Rund 40 Teilnehmer, darunter auch zehn Kinder, waren zum Treffpunkt an den Windrädern oberhalb von Wendershagen gekommen.
Buchen erläuterte zunächst, dass unsere Großeltern und Urgroßeltern noch keine Apotheke im heutigen Stil aufsuchen konnten, sondern sich bei Krankheiten mit Heilkräutern aus der Natur behalfen. Dieses alte Kräuterwissen wollte Ina Klinkenberg den Interessierten bei der Wanderung in Erinnerung rufen.
Schon am Anfang verwies die Kräuterpädagogin auf den Giersch, den unsere Vorfahren als entsäuerndes Kraut gegen Gicht verwendet haben. „Aus den Blättern haben sie Spinat gekocht oder sie als Salatbeigabe verwendet“, erzählte Klinkenberg. „Ein Strauch hat es unseren älteren Generationen besonders angetan“, meinte sie, „der Schwarze Holunder“. Die schirmartigen, weißen Holunderblüten-Rispen hat die Großmutter einst in dünnflüssigen Pfannekuchenteig getaucht und daraus Holunderküchelchen gebacken. Die reifen, schwarzen Holunderbeeren besitzen einen hohen Gehalt an Vitamin C, wurden im Herbst geerntet, gekocht oder getrocknet und zu Saft, Mus oder Tee verarbeitet. Dies sollte im Winter bei Erkältungskrankheiten und Magenbeschwerden helfen.
Alle paar Meter blieb die Gruppe stehen, und Ina Klinkenberg konnte jeweils eine weitere Heilpflanze vorstellen. Da war der Löwenzahn, deren getrocknete Wurzeln unseren Vorfahren als Kaffeeersatz dienten oder die Blätter und Blüten in der Volksmedizin als Tee oder Saft verwendet wurden. Der essbare Rainkohl, die Knoblauchsrauke und der Spitzwegerich, dessen Saft bei Insektenstichen auf die Haut gerieben wurde, schlossen sich an. Den Rainfarn hat man einst als Färberpflanze verwendet zum Gelbtönen von Wolle und Seide. Am Ende hatten die Teilnehmer rund zwei Dutzend Heilpflanzen und ihre Verwendungsmöglichkeiten kennengelernt.
Zurück am Startpunkt gab es noch eine erfrischende Kräuterlimonade, die Ina Klinkenberg selbst hergestellt hatte. Außerdem bat sie die Teilnehmer, nicht in Naturschutzgebieten und an stark befahrenen Straßenrändern Kräuter zu pflücken und auch nur Pflanzen, die man genau kennt. Schließlich gäbe es ja auch Giftpflanzen am Wegesrand.
Die 45-jährige Verwaltungsfachwirtin Ina Klinkenberg ist schon seit frühester Kindheit fasziniert von der Pflanzenvielfalt. Im Laufe der Jahre entwickelte sich bei ihr aus dieser Begeisterung der Wunsch, Kräuter weiter kennenzulernen und deren Verwendung sicher zu verstehen. Um dieses Wissen zu vertiefen, besuchte sie verschiedene Weiterbildungen rund um die heimische Pflanzen- und Kräuterkunde. Schließlich absolvierte sie eine Fortbildung an der Gundermannschule in Meerbusch und legte 2025 dort erfolgreich ihre Prüfung zur zertifizierten Kräuterpädagogin ab.
Aufmerksam hörten die Teilnehmer der Kräuterpädagogin Ina Klinkenberg zu, als diese bei einer Wanderung zahlreiche Heilpflanzen vorstellte. (red.-03.06.2026 10:23)
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