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| Die grüne Nymphe einer Gottesanbeterin vom 30.07.2026 aus der Nähe von Engelskirchen. (Foto: Bernd Bergmann) |
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Von Christoph Buchen
Oberberg - „Männerfresserin bundesweit auf dem Vormarsch“. Mit dieser Überschrift wies der NABU Bundesverband im August auf das verstärkte Vordringen der Europäischen Gottesanbeterin in Deutschland hin. Das grazile Tier aus der Insektenordnung der Fangschrecken war bisher nur aus dem wärmeren Gebiet des Kaiserstuhls in Südwestdeutschland bekannt. Jetzt ist sie auch im Oberbergischen beobachtet worden.
Seit 2011 wurden bereits verstärkt Einflüge nach Nordrhein-Westfalen festgestellt. Über die Jahre nahm die Zahl der Beobachtungen dort stetig zu. Im Jahr 2023 konnte der erste NRW-Reproduktionsnachweis dieser Art in Königswinter erbracht werden. Die Beobachtungen stiegen fortan im Rheinland jährlich an. 2023 lagen dem NABU Bonn noch 52 Meldungen, 2024 bereits 108 und 2025 sogar 234 vor. Sie erstreckten sich über das Rheintal von Bonn bis Düsseldorf und entlang der Nebentäler, unter anderem über das Siegtal bis Hennef und bis Wuppertal.
2025 konnten auch die ersten Beobachtungen der Gottesanbeterin im Oberbergischen Kreis aus Hückeswagen und Lindlar dokumentiert werden. Aus dem gleichen Jahr liegt auch das erste Bilddokument für das Oberbergische vor. Bettina Schröder hat am 5. August 2025 ein braun gefärbtes Tier in ihrem Garten in der Nähe von Nümbrecht fotografiert.
Bernd Bergmann von der Bergischen Agentur für Kulturlandschaft gelang am 30. Juli dieses Jahres ein Fotonachweis einer grünen Nymphe der Gottesanbeterin aus einem Naturschutzgebiet bei Wiehl-Drabenderhöhe/Brächen im hohen Gras. Da es sich um ein relativ frisch geschlüpftes Tier gehandelt hat, dürfte dies auch der erste Reproduktionsnachweis für den Oberbergischen Kreis sein.
Am 27. August 2026 hat dann Brigitte Dahlmann in Morsbach-Wallerhausen an ihrer Haustüre ebenfalls eine grün gefärbte Gottesanbeterin fotografiert. Damit liegen inzwischen über den gesamten Oberbergischen Kreis verteilt Beobachtungen dieser Art vor.
Naturwissenschaftler sind sich einig, dass die Ausbreitung der wärmeliebenden Europäischen Gottesanbeterin in Deutschland in Richtung Norden durch die milden Winter und trockenheißen Sommermonate der letzten Jahre begünstigt wird.
Wie der NABU mitteilt, steht bei den Tieren in den kommenden Wochen die Fortpflanzung bevor. Bis in die zweite Septemberhälfte hinein seien sie noch häufig zu sehen, danach nehme ihre Zahl rasch ab. Für die Männchen kann die Paarung dabei tödlich enden: Schätzungsweise ein Drittel von ihnen wird direkt danach vom Weibchen gefressen. So grausam das klingt, aus Sicht der Arterhaltung ergibt es Sinn, wie der NABU erklärt: Die Männchen haben ihre biologische Aufgabe erfüllt, während die Weibchen die zusätzliche Energie für die aufwendige Eierproduktion benötigen. Im Herbst sterben schließlich auch die Weibchen. Überwintern wird am Ende nur das schaumig verpackte Eipaket, aus dem im nächsten Jahr eine neue Generation von Fangschrecken schlüpft.
Wer Gottesanbeterinnen im Oberbergischen feststellen sollte, wird gebeten, die Beobachtungen möglichst mit einem Fotobeleg an die Biologische Station Oberberg oder an den NABU Morsbach zu senden.
Mail: morsbach@nabu-oberberg.de (04.09.2026)
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| Eine braun gefärbte Gottesanbeterin vom 05.08.2025 aus der Nähe von Nümbrecht. (Foto: Bettina Schröder) |
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