Morsbach - In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stand mit der Entscheidung über die Auflösung der Außenstandorte Holpe und Lichtenberg der Amitola-Grundschule ein Thema von zentraler Bedeutung für die Morsbacher Schullandschaft auf der Tagesordnung. Die SPD-Fraktion Morsbach hat sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht und intensiven Beratungen unterzogen. In der abschließenden Abstimmung votierte die SPD-Fraktion mehrheitlich mit zwei Stimmen für die Auflösung, während eine Stimme dagegen abgegeben wurde.
Diese Stimmverteilung spiegelte die fundierte und differenzierte Auseinandersetzung wider, die innerhalb des Ortsvereins wieder mit den Herausforderungen der Morsbacher Grundschullandschaft geführt wurde.
Sachliche Gründe gaben den Ausschlag für die Mehrheit
Die Mehrheit der Fraktion sah sich aufgrund der anhaltenden strukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen überzeugt, der Schließung der beiden Teilstandorte zuzustimmen. Ausschlaggebend für diesen Schritt waren unter anderem: Sicherung der pädagogischen Qualität: Die Konzentration der Ressourcen an einem zentralen Hauptstandort ermöglicht ein stabiles, verlässliches Unterrichtsangebot und stärkt die Möglichkeiten für moderne Lehr- und Lernkonzepte.
Personelle Stabilität: Kleinere Außenstandorte stehen bei Lehrkräftemangel oder Krankheitsausfällen vor enormen organisatorischen Hürden. Ein starker Hauptstandort schützt vor Unterrichtsausfall.
Ganztagsbetreuung und Infrastruktur: Der Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz sowie die notwendigen Investitionen in eine zukunftsfähige Infrastruktur lassen sich an einem zentralen Ort effizienter und nachhaltiger umsetzen.
„Wir haben uns diese Entscheidung keinesfalls leicht gemacht. Wir wissen um die tiefe Verankerung der Grundschulstandorte in Holpe und Lichtenberg und die emotionale Bedeutung, die sie für die Familien vor Ort besitzen“, erklärt die SPD-Morsbach. „Letztlich muss jedoch das Wohl aller Morsbacher Grundschulkinder und eine langfristig tragfähige Schullandschaft im Vordergrund stehen.“
Abweichende Stimme unterstreicht die Sorgen der Dörfer
Die Gegenstimme innerhalb der Fraktion verdeutlicht zugleich die begründeten Bedenken hinsichtlich des Verlusts wichtiger sozialer Ankerpunkte in den Ortsteilen. Der Erhalt von „Kurzen Wegen für kurze Beine“ und die Sorge vor längeren Anfahrtswegen für die jüngsten Schülerinnen und Schüler waren zentrale Argumente, die zur Gegenstimme führten.
Blick nach vorne: Bedingungen für den Übergang
Die SPD Morsbach betont, dass der Beschluss kein Ende der Verantwortung für Holpe und Lichtenberg bedeutet. Die Fraktion fordert nun eine zügige und engmaschige Umsetzung der nächsten Schritte: Sichere Schülerbeförderung: Die Gemeinde muss sicherstellen, dass verlässliche, sichere und altersgerechte Busverbindungen für die Kinder aus Holpe und Lichtenberg geschaffen werden.
Nachnutzung der Gebäude: Für die freiwerdenden Schulgebäude in den Ortsteilen müssen gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort zeitnah tragfähige Konzepte für eine Dorf- und Gemeinschaftsnutzung entwickelt werden.
Fließender Übergang: Den betroffenen Schülern, Eltern sowie dem Lehrerkollegium muss ein begleiteter und transparenter Übergang an den Hauptstandort garantiert werden.
Die SPD-Fraktion Morsbach wird diesen Prozess weiterhin konstruktiv und kritisch begleiten, um beste Bildungschancen für alle Kinder der Gemeinde zu gewährleisten. (red.-23.09.2026 14:55)
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