Waldbröl - Große Sorgen bereitet Friedhelm Bals, Leiter der Waldbröler Feuerwehr, dass bei Alarmierungen nur auf die Hälfte der Einsatzkräfte zurückzugreifen ist. Problematisch: die Tagesverfügbarkeit zwischen 6 Uhr und 18 Uhr. An Leistungsbereitschaft mangelt es keineswegs. Die Kameraden leisteten 2009 rund 12.000 Arbeitsstunden - ehrenamtlich.
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| Zahlreiche Ehrungen und Beförderung bei der Jahresdienstbesprechung der Feuerwehr Waldbröl in Thierseifen. |
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Im vergangenen Jahr zählte die Feuerwehr Waldbröl 128 aktive Mitglieder, davon vier weibliche Aktive, 47 Atemschutzträger, 45 Inhaber der Führerscheinklasse CE (ehemals Klasse 2), 12 Gruppen- und 12 Zugführer.
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| Stadtbrandinspektor Eckhard Priebe (rechts) wurde im Rahmen der Jahresdienstbesprechung zum Stellvertretenden Leiter der Feuerwehr Waldbröl ernannt und erhielt das Feuerwehrehrenabzeichen in Silber. |
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Insgesamt waren 174 Einsätze abzuarbeiten, davon 57 Brand- und 64 technische Hilfeleistungseinsätze, 53 Fehlarmierungen - 47 durch Brandmeldeanlagen, sechs durch böswillige Alarmierung, sowie ein Einsatz unter Sonstiges. Die Gesamtschadenshöhe wird auf weit über 800.000 Euro geschätzt. Eine Zahl des durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr nicht entstandenen Schadens lässt sich zwar nicht beziffern, dürfte aber erheblich darüber liegen.
Großen Respekt vor der geleisteten Arbeit der Waldbröler Feuerwehr zeigte auch Bürgermeister Peter Koester. Er sagte seine volle Unterstützung im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten zu.
In Angriff genommen werden sollen unter anderem ein neues Feuerwehrgerätehaus in Waldbröl und die Ersatzbeschaffung für zwei ausrangierte Fahrzeuge.
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| In den Reihen der Waldbröler Feuerwehr leisten auch vier Frauen ihren ehrenamtlichen Dienst. Eine junge Feuerwehrfrau wurde am Sonntag befördert. |
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Friedhelm Bals wandte sich zum Abschluss der Jahresdienstbesprechung im Feuerwehrhaus Thierseifen noch einmal an die Verantwortlichen: „Trotz der allgemein schlechten Haushaltslage möchte ich Dank sagen, dem Rat der Stadt Waldbröl, dem Bürgermeister und der Verwaltung, die auch im Jahre 2009 Mittel für die Feuerwehr bereitgestellt haben, so dass wir unseren Einsatz für die Allgemeinheit leisten konnten. Insbesondere in Zeiten, in denen die Haushaltslage auch in Zukunft nicht besser wird, müssen sich Rat und Verwaltung im Klaren sein, dass „unsere“ Feuerwehr zwar Geld kostet, aber auch durch ihre freiwilligen Einsatzkräfte, gerade im Personalkostenbereich, ein hohes Kapital darstellt. Und gutes Werkzeug zum Arbeiten braucht schließlich jeder, der gute Arbeit verrichten will!“
Die Einsätze der Waldbröler Feuerwehr in 2009
Das Jahr 2009 war gerade einmal fünf Minuten alt, als die Einheit Waldbröl und Thierseifen zu einem in Brand stehenden Schuppen im Schefflerweg gerufen wurden. Vermutlich hatte eine Feuerwerksrakete den Brand ausgelöst.
In der Nacht des 26. April stand zwischen Thierseifen und Dickhausen das alte Jagdhaus in Vollbrand. Hierzu wurden die Einheiten Waldbröl, Thierseifen und Heide alarmiert. Trotz der raschen und massiven Brandbekämpfung konnte die Feuerwehr nicht verhindern, dass das alte Gebäude bis auf die Grundmauern nieder brannte. Brandursache war Brandstiftung. Um die Löschwasserversorgung an der Einsatzstelle zu dem abgelegenen Jagdhaus zu sichern, mussten über 400 Meter lange Versorgungsleitungen gelegt werden. Zum Artikel
Am 5. Mai wurde die Feuerwehr zu zwei Einsätzen in die Homburgerstraße gerufen. Nachts um 3 Uhr brannte eine Garage. Durch das schnelle Eingreifen konnte eine Brandausdehnung verhindert werden. Um 10 Uhr wurde die Feuerwehr dann zu einem Wohnungsbrand in der Homburger Straße alarmiert. Auch hier konnte der Schaden gering gehalten werden. Zum Artikel
Zu einer Personensuche wurden die Einheiten Waldbröl, Thierseifen und Heide am 6. Mai im Stadtgebiet angefordert. Eine Fahrzeugbesatzung der Waldbröler Feuerwehr fand die vermisste Person nach mehrstündiger Suche in einem Waldstück bewusstlos auf. Nach der Erstversorgung konnte die gerettete Person an den Rettungsdienst übergeben. Alle eingesetzten Kräfte waren überaus glücklich, dass die Suchaktion ein gutes Ende genommen hat. Zum Artikel
Schwerstarbeit leistet der Löschzug Waldbröl am 17. Mai bei einem Verkehrsunfall nahe der Ortschaft Hahn. Eine Person war unter dem Fahrzeug eingeklemmt und musste durch die Einsatzkräfte befreit werden. Bei dem Unfall erlitt eine Person lebensgefährliche - und eine weitere schwere Verletzungen. Zum Artikel
Noch während des Einsatzes meldete die Kreisleitstelle, dass im Bereich Brölbahnstraße mehrere PKW brennen sollten. Freiwerdenden Kräfte Thierseifen und Waldbröl übernahmen den Einsatz. Zum Artikel
Am 16. Mai kippte ein mit über 20 Tonnen Holz beladener Sattelzug auf der engen Gemeindestraße bei Bettenhagen um. Die Bergung des Sattelzuges gestaltete sich auf der schmalen und für solche Fahrzeuge nicht geeigneten Straße äußerst schwer und langwierig. Bevor der Sattelzug durch zwei große Autokrane geborgen werden konnte, musste der Löschzug Waldbröl und die Löschgruppe Heide die komplette Ladung aus dem Auflieger bergen. Zum Artikel
Zu einem Scheunenbrand wurden der Löschzug Thierseifen und Waldbröl am 15. Juli nach Rölefeld gerufen. Durch das schnelle Eingreifen konnte das Feuer schnell gelöscht, Tiere rechtzeitig in Sicherheit gebracht und der Sachschaden gering gehalten werden. Zum Artikel
Am 28. Juli rückte die Waldbröler Feuerwehr erneut zu einem umgekippten Sattelzug aus. Diesmal handelte es sich um einen mit 20 Tonnen Kies beladenen LKW, der beim Entladen zur Seite gekippt war. Bevor der LKW durch zwei Autokrane auf die Achsen gestellt werden konnte, musste auch hier die Ladung mittels eines Baggers entfernt, Betriebsstoffe durch den Löschzug Waldbröl aufgefangen werden. Zum Artikel
Noch während der Löschzug Waldbröl am 1. September in Herfen einen Waldbrand bekämpfte, wurden die Kameraden zur technischen Hilfeleistung nach Vierbuchermühle gerufen. Hier war eine Person unter einer Straßenwalze eingeklemmt und musste mit schweren Verletzungen durch einen Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik gebracht werden.
Glücklich ging für die Einheiten Waldbröl, Thierseifen und Heide ein Scheunenbrand in der Ortslage Seifen aus. Hier hatte sich am 15. Oktober auf dem Dachboden eines Stalls Heu entzündet. Nur dem glücklichen Umstand, dass sich der Landwirt beim Brandausbruch im Stall befand, ist es zu verdanken, dass kein größerer Schaden entstand.
In der Nacht des 28. Oktober kam es in Rossenbach zu einem Gebäudebrand. Fahrzeuge in einem Carport hatten Feuer gefangen. Dem Löschzug Waldbröl und der Löschgruppe Geilenkausen ist es zu verdanken, dass durch den schnellen und umsichtigen Einsatz, das Feuer nicht auf das Holzhaus übergreifen konnten. Zum Artikel
Ölalarm im Merkurhaus am 6. Dezember. In einem Keller befindliche Öltanks waren rund 10.000 Liter Heizöl ausgelaufen. In Zusammenarbeit mit einer Entsorgungsfirma aus Siegen wurden das Heizöl in Spezialfahrzeuge gepumpt. Zum Artikel
Den schwersten Einsatz mussten die Kameraden aus Waldbröl und Heide an Heiligabend leisten. Gegen 17 Uhr war es zu einem tragischen Unfall in der Schalderner Straße gekommen, bei dem ein Fußgänger von einem PKW erfasst und tödlich verletzt wurde. Zur Unfallaufnahme wurde die Einsatzstelle durch die Feuerwehr ausgeleuchtet und nach der Leichenbergung gereinigt.
Mehrfach rückte die Drehleiter Waldbröl auch in 2009 zur überörtlichen Hilfe, unter anderem bis in den Rhein-Sieg-Kreis aus.
Wie auch in 2008 wurden alle Einheiten im Jahr 2009 auch zu Einsätzen gerufen, die durch Brandmeldeanlagen ausgelöst wurden. Bei fast allen diesen Einsätze hatten die Brandmeldeanlagen bestimmungsgemäß ausgelöst, die Ursache habe aber keinen direkten Einsatz der Feuerwehr erforderlich gemacht, erklärte Friedhelm Bals. Aufgrund von zahlreichen Fehlalarmierungen durch unsachgemäßen Umgang mit diesen Anlagen wurden Kostenbescheide erstellt.
Ralf Eschmann, Feuerwehr Waldbröl, Löschzug I, zum Thema:
Alles Ehrensache
Was bewegt Menschen in die Feuerwehr zu gehen, um an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden, selbst bei Regen oder Sturm bereit zu sein, um den in Not geratenen Bürger zu helfen und Schaden von unserer Stadt abzuwenden: Es ist die moralische Verpflichtung anderen zu helfen.
Um diesen freiwilligen, ehrenamtlichen und unendgeldlichen Dienst am Bürger unserer Stadt zu gewährleisten, opfern wir einen sehr großen Anteil unserer Freizeit.
Nicht zu vergessen sind unsere Familien und Partner die aufgrund der gestiegenen Anforderungen an uns Feuerwehrleute immer mehr Verständnis für unseren freiwilligen Dienst zum Schutz unserer Bürger aufbringen müssen.
Wie ist es, wenn nachts um 2.00 Uhr der Melder geht und wir aus dem Bett aufspringen, unsere Familien mit wach werden und wir unseren Körper binnen Sekunden auf Höchstleistung bringen müssen?
Dann können alle anderen Bürger in unserer Stadt beruhigt weiterschlafen, in der Gewissheit, dass es uns gibt.
Wir Feuerwehrleute kommen dann um 4.00 Uhr vom Einsatz zurück und müssen um 7.00 Uhr wieder auf die Arbeit fahren, um auch dort wieder Höchstleistung zu bringen.
Wie ist es, wenn beim gemeinsamen Essen mit der Familie der Melder geht und wir alles stehen und liegenlassen? Und wieder steht die Familie hinten an.
Wie ist es mit dem Strom den unsere Alarmempfänger das ganze Jahr benötigen, oder dem Benzin das wir das ganze Jahr verbrauchen, um zum Gerätehaus zu Einsätzen, Übungsdienste, Lehrgänge usw. zu kommen? Wie ist es mit der Reinigung unserer Kleidung, für die wir auch keine Vergütung erhalten?
Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus, damit wir auch weiterhin eine schlagkräftige Freiwillige Feuerwehr haben?
Ganz einfach: Früher wurden wir gefragt, willst Du nicht zur Feuerwehr kommen? Das macht viel Spaß und du tust etwas Gutes für unsere Gesellschaft.
Heute bekommst Du zur Antwort: was bietest Du mir und was bekomme ich dafür. Du antwortest: Ja zum Beispiel 25 bis 30 Jahre alte Fahrzeugtechnik und alte Gebäude.
Beispiel: Fragen sie junge Leute, wo sie Fußballspielen wollen, auf der Asche oder auf dem Kunstrasenplatz. Die Antwort ist: Auf dem Kunstrasenplatz. Das heißt für die Verantwortlichen: Um Menschen für die Freiwilligkeit zu begeistern, muss auch die Feuerwehr auf den Stand der heutigen Technik gebracht werden.
Es reicht heutzutage nicht mehr aus, den Feuerwehrleuten ein rotes Auto mit einem blauen Blinklicht auf dem Dach zur Verfügung zu stellen und sie sind dann rundum glücklich.
90 Prozent aller heutigen Brandeinsätze müssen unter Atemschutz durchgeführt werden. Das bedeutet, dass auch immer mehr Feuerwehrleute für Atemschutz benötigt werden.
Für diesen Einsatz ist aber körperliche Fitness absolut nötig.
Immer mehr wird vom Ehrenamt gesprochen und fast alles ist heutzutage ein Ehrenamt. Das stört mich sehr: Der Trainer einer Jugendmannschaft im Sportverein gilt als Ehrenamtler und kann beim Finanzamt eine Jugendleiterpauschale geltend machen.
Was können wir als die eigentlichen Ehrenamtler, die bereit sind ihre Gesund zum Wohle unserer Bürger zu opfern, beim Finanzamt geltend machen?
Es heißt überall es muss gespart werden. Ich denke, dass das Verständnis auch bei uns vorhanden ist und wir nichts Unmögliches verlangen. Aber es muss gewährleistet sein, dass wir Feuerwehrleute die Technik und Ausrüstung sowie eine vernünftige Unterbringung haben, die auf dem Stand der heutigen Technik ist und den Anforderungen entspricht.
Nur so sind auf Dauer motivierte Freiwillige Feuerwehrleute bei der Stange zu halten und neue zu gewinnen.
Brennt das Feuer in einer Millionenstadt mit Berufsfeuerwehrleuten wie Köln anders als in einer Kleinstadt mit Freiwilligen Feuerwehrleuten wie Waldbröl? Ganz einfach gesagt: Nein.
Viele Veranstaltungen in unserer Stadt könnten nicht durchgeführt werden, wenn wir Feuerwehrleute nicht bereit wären, unsere Freizeit dafür zu opfern.
Jetzt kann man sagen: Du brauchst das ja nicht zu machen. Das ist richtig, aber stellen Sie sich vor, es brennt oder bei einem Verkehrsunfall sind Personen lebensgefährlich verletzt in ihren Fahrzeugen eingeklemmt und keiner kommt, um ihnen zu helfen.
Würde es uns Freiwillige Feuerwehrleute nicht geben, wären freiwillige Sozialleistungen, wie eine Bücherei oder ein Hallenbad seitens der Stadt nicht mehr zu finanzieren.
In einer Zeit, in der sich die Gesellschaft schneller verändert als noch vor 20 oder 30 Jahren, würde ich mich sehr freuen, wenn der ein oder andere Satz Gehör findet. Getreu dem Motto: Helfen in Not, ist unser Gebot
Ralf Eschmann, Unterbrandmeister
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