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Mann aus der Nachbarschaft?

Bankräuber wird über „Aktenzeichen XY ungelöst“ gesucht

Fahndung nach Regnschirm-Räuber in "Aktenzeichen XY..."
Oberberg - Der „Regenschirm-Räuber“, der seit 2000 in der Region Banken überfällt, gilt als rücksichtslos und gefährlich. Die Polizei geht von einem „örtlichen Täter aus“. Am Donnerstag soll er über die Sendung „Aktenzeichen XY…“ dingfest gemacht werden. Der gestrige Banküberfall auf die Sparkasse in Ruppichteroth soll jedoch nicht auf sein Konto gehen.

Banges Warten auf den nächsten Überfall

Auch wenn es in die Zeit passt, so sieht die Polizei keine Parallelen zwischen dem Regenschirm-Räuber und dem Bankräuber, der gestern gegen 17:45 Uhr auf die Sparkasse in Ruppichteroth verübt wurde. Weder Statur, noch Alter und Tatausübung stimmen überein.

Fahndung nach dem Räuber aus der Nachbarschaft

Am 12. Januar soll nun der Regenschirm-Räuber über die Sendung „Aktenzeichen XY…“ dingfest gemacht werden. Die Zeit drängt, denn nach dem Gesetz der Serie dürfte er seine nächste Tat bereits planen. Der Regenschirm-Räuber hat recht feste Gewohnheiten.

Bis auf das Jahr 2000 tauchte er stets im Januar auf. Er beging seine Taten jeweils vormittags, machte stets Gebrauch von seiner Waffe, maskiert und versuchte sich in allen Fällen mit einem Regenschirm vor den Überwachungskameras zu schützen. Auch das Verhalten am Tatort sei bei allen Überfällen identisch, erklärte uns Hauptkommissar Georg Quast von der Gummersbacher Kriminalpolizei.

Trotz des Regenschirms wurde der Täter bei jedem Überfall fotografiert, so dass man auch anhand dessen von ein und dem selben Mann sprechen kann. Der Täter sprach in allen Fällen akzentfreies Deutsch, jedoch mit oberbergischem Dialekt. Die Fluchtrichtung im Fall Drolshagen und Ruppichteroth führte jeweils ins Oberbergische. Die Kennzeichen für die Fluchtfahrzeuge entwendete der Täter jeweils kurz vor der Tat im Oberbergischen. Vieles spricht dafür, dass der Bankräuber ein „Mann aus der Nachbarschaft“ ist. (oh-6.1.2006 14:22)

Die Überfälle des Regenschirm-Räubers

Am 11. Februar 2000 taucht der stets maskierte und bewaffnete Bankräuber zum ersten Mal auf. Damals überfällt er die Sparkasse in Drolshagen. Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen schießt er in die Luft. Mit seiner Beute von rund 450.000 DM steigt er in einen gestohlenen VW-Golf und wird von einem Zeugen bis Reichshof verfolgt. Dort sprintet der Bankräuber zu Fuß durch den Wald und verliert einen Teil seiner Beute. Im Fahrzeug findet die Polizei weitere 100.000 Mark.

Knapp zwei Jahre später überfällt der „Regenschirm-Räuber“ wieder eine Bank. Am 16. Januar 2002 stürmt er in die Raiffeisenbank in Ruppichteroth, schießt in die Decke und flieht mit recht karger Beute im Fahrzeug einer Angestellten ins Oberbergische.

Wieder lässt der Täter zwei Jahre bis zu seinem nächsten Coup vergehen.

Am 13. Januar 2004 überfällt er die Sparkasse in Dieringhausen und schlägt mit seiner Waffe auf den die Bankangestellten ein. Diesmal nimmt der Bankräuber den Filialleiter als Geisel und setzt im beim Verlassen der Sparkasse die Waffe an die Schläfe. Vor dem Gebäude schubst er seine Geisel beiseite und flieht in einem roten Opel. Anders als in den vorherigen Fällen trägt der Räuber eine Gipsmaske.

Nur ein Jahr später, am 31. Januar 2005, überfällt der Regenschirm-Räuber die Sparkasse in Derschlag. Damals flieht er mit einem BMW.



 


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