Nümbrecht - Unheimlich mutet es auf dem ganzen Gelände in Löhe an, wo heute Morgen ein Messie-Haus in Flammen stand. Auf dem Grundstück haben sich schreckliche Tragödien ereignet. Der 65-jährige Hausbewohner konnte von der Feuerwehr gerettet werden.
Nach vorläufiger Einschätzung der Feuerwehr Nümbrecht, die heute Morgen mit rund 50 Mann ausrückte, um das in Vollbrand stehende Haus zu löschen, ist das Feuer im Dachstuhl ausgebrochen. Bei Eintreffen der Rettungskräfte befand sich der Hausbesitzer noch in dem brennenden Gebäude. Wehrführer Frank-Peter Twilling rettete den 65-Jährigen über den Balkon und übergab ihn der ebenfalls alarmierten RTW-Besatzung, die den verletzten Senior ins Krankenhaus brachte.
Zwei junge Männer aus einem Nachbarort wollen heute Morgen „Schüsse“ und laute Hilferufe von Männerstimmen gehört haben. Die Knallgeräusche stammen laut Frank-Peter Twilling jedoch nicht von einer Waffe. Vielmehr wurden sie durch Tonpfannen auf dem Dach verursacht, die aufgrund der starken Hitzeentwicklung geplatzt sind. Auch konnte keine weitere Person im Haus angetroffen werden.
Die Löscharbeiten erwiesen sich als schwierig, da das Haus bis unters Dach mit Gerümpel und Unrat voll gestapelt war. Immer wieder loderten Flammen auf, die auch mit Hilfe der Wiehler Drehleiter gelöscht werden mussten. Von der Katze, die bis vor kurzem noch im Haus eingesperrt war, fehlte jede Spur.
Eingesperrte Katzen fanden Tierschützer bereits Anfang 2007 in einer winzigen knallblauen Hütte und einem Drahtverschlag auf dem Gelände. Die Tiere gehörten einem 51-jährigen Verwandten des Hausbesitzers, der erst vor wenigen Tagen wegen Menschenraub, Vergewaltigung und schwerer Körperverletzung in die Schlagzeilen geraten war. Er hatte eine 66-jährige, psychisch kranke Frau zehn Tage in seiner Hütte eingesperrt und misshandelt. (wir berichteten). Dem 51-Jährigen, der noch immer auf freiem Fuß ist und der sich seit einigen Tagen im Nordkreis aufhalten soll, droht Sicherungsverwahrung. Darüber zeigten sich vor allem einige Anwohner erleichtert, die sich vor dem 25-fach Vorbestraften fürchteten. So soll der auch in zwei Fällen wegen schwerer Brandstiftung verurteilte Mann, zwei Autos in der Nachbarschaft angezündet haben, nachdem ihm eine Mitfahrt verweigert worden war.
Die Ursache für den heutigen Wohnhausbrand steht noch nicht fest. Eine Brandstiftung gilt derzeit als unwahrscheinlich. Möglicherweise liegt ein technischer Defekt vor. Die Brandermittlungen dauern jedoch noch an. Der Brandort wurde von der Polizei beschlagnahmt. (gbm-30.03.2008 11:35)
|