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| Johannes Klüser an der Woehl-Engelorgel in der evangelischen Kirche Odenspiel. (Foto: Christoph Buchen) |
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Von Christoph Buchen
Odenspiel - „Ich habe heute Klänge von unserer Orgel gehört, die ich bisher noch nie von ihr vernommen habe.“ Mit diesen Worten fasste Lothar Jacob von der evangelischen Kirchengemeinde kürzlich das Orgelkonzert von Johannes Klüser zusammen. Klüser war im Rahmen der „19. Orgelvesper in der österlichen Freudenzeit“ zu Gast in der evangelischen Dorfkirche von Odenspiel und spielte auf der Woehl-Engelorgel klassische Orgelwerke.
Die zahlreichen Zuhörer, darunter auch Superintendent Michael Braun vom Kirchenkreis An der Agger und der ehemalige Orgelsachverständige Manfred Schwartz, waren gespannt auf das besondere Konzert. In seiner Begrüßung erläuterte Klüser zunächst, dass die Marburger Orgelbauwerkstatt Woehl erst vor drei Jahren die Pfeifenorgel in das historische Gehäuse eingebaut hat, es sich also um eine Reorganisation der historischen Orgel von 1706 handelt und sich das Instrument durch ein vielfarbiges Klangspektrum bereits einen Namen gemacht hat. Auch erläuterte der aus Holpe stammende Organist die Werke, die er an der Orgel spielen werde.
Gleich zu Beginn präsentierte Klüser das Präludium mit Fuge in D-Dur von Dietrich Buxtehude, das der norddeutsche Komponist im 17. Jahrhundert komponiert hatte. Bei diesem anspruchsvollen Orgelwerk glitten Klüsers Finger mit Leichtigkeit über beide Manuale des klangvollen Instrumentes, begleitet von seiner Beinarbeit auf dem Pedalwerk.
Es folgten drei Werke aus den Schübler-Chorälen von Johann Sebastian Bach, vom, so Johannes Klüser wörtlich, „Meister aller Meister“. Im zweiten Teil des Konzertes kamen noch die Orgelwerke „Ach wie nichtig, ach wie flüchtig“ von Georg Böhm und „Ave Maria nach Jacob Arcadelt“ von Franz Liszt zur Aufführung. Zum Schluss brachte der Organist „Präludium und Fuge in h-moll“ von Johann Sebastian Bach zu Gehör. Ein langanhaltender Applaus war ihm sicher.
Bei der Zugabe hatte sich Johannes Klüser gedacht, sollten die Zuhörer mitwirken. So sang, nach einem Vorspiel des Organisten, die ganze Gemeinde „Nun ruhen alle Wälder“ aus dem Gesangbuch mit. Zwischen den Orgelwerken hatten Lothar Jacob und Sabine Ufer geistliche Impulse vorgetragen. Regristant an der Seite des Organisten auf der Orgelbühne war Dr. Andreas Sindermann. Als Dank für das gelungene Konzert erhielt Johannes Klüser von Lothar Jacob eine historische Metallpfeife aus der alten Orgel als Geschenk.
Johannes Klüser ist in Holpe bei Morsbach aufgewachsen und hat nach dem Abitur eine musikalische Doppelausbildung absolviert. Er studierte Kirchenmusik mit dem Abschluss A-Examen an der Musikhochschule Köln. Sein konzertantes Orgelspiel vertiefte er in Meisterkursen. Studien an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf und an der Hochschule für Musik und Tanz in Rostock im Fach Gesang hat er mit der Künstlerischen Reifeprüfung, Konzertexamen sowie mit einem Diplom im Fach Gesangspädagogik abgeschlossen. Seine Ausbildung rundete er mit Meisterkursen und mit der Teilnahme an der Bachakademie Stuttgart ab.
Als Tenor ist Johannes Klüser im In- und Ausland aufgetreten und hat sich neben dem Kunstlied ein breit gefächertes Oratorienrepertoire erarbeitet. Gastengagements führten ihn unter anderem zu den Ostseefestspielen, zur Greifswalder Bachwoche, zum ersten Bach-Festival nach Seoul und in die Tokyo Opera City Concert Hall zusammen mit dem Bach Collegium Japan unter der Leitung von Masaaki Suzuki.
Auch hat Klüser mehrere CDs, zum Beispiel die Cäcilienmesse von Charles Gounod mit den Regensburger Domspatzen sowie mit romantischen Kunstliedern eingespielt. Er lehrt
klassischen Gesang an der Musikschule der Stadt Mönchengladbach und ist Dozent für Gesang und Orgel in der kirchenmusikalischen C-Ausbildung des Erzbistums Köln und der Evangelischen Kirche im Rheinland. Außerdem leitet er den Cäcilien-Pfarrchor in Eitorf sowie den Magnificat Frauenchor in Köln und ist als freischaffender Sänger tätig. www.johannes-klueser.de
(Christoph Buchen-31.05.2026 19:26)
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