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Veranstaltung zum Thema „Schulabsentismus“

Wenn Kinder und Jugendliche nicht zur Schule gehen

Expertinnen und Experten gaben praxisnahe Einblicke in die Arbeitsweis jener Organisationen und Akteure, die neben der Schule selbst mit dem Thema betraut und vertraut sind und erfuhren, wer in welchen Fällen wie unterstützen kann: (v.l.) Martin Nanzig, Dr. Katja Schwartz und Marianne Haupt, Schulpsychologische Beratungsstelle des Oberbergischen Kreises; Heike Veit, Schulsozialarbeiterin an der Gemeinschaftshauptschule Bergneustadt; Dr. med. Stefanie Löffler, Oberärztin, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie, Marienheide; Natalia Jörg, Kinder- und Jugendärztlicher Dienst Gesundheitsamt des Oberbergischen Kreises; Larissa Martin, Jugendamt der Stadt Gummersbach; Dr. Thomas Köhler-Saretzki, Psychologische Beratungsstelle Herbstmühle für Eltern, Kinder, Jugendliche, Wipperfürth (Foto: OBK)
Schulpsychologische Beratungsstelle des Oberbergischen Kreises und Schulreferat des Kirchenkreises an der Agger veranstalteten zweiteilige Veranstaltung zum Thema „Schulabsentismus“.

Oberberg - Rund 60 Vertreterinnen und Vertreter der Schulen im Oberbergischen Kreis nahmen an einer zweiteiligen Veranstaltung zum Thema „Schulabsentismus“ der Schulpsychologischen Beratungsstelle des Oberbergischen Kreises und dem Schulreferat des Kirchenkreises an der Agger teil.

Schulabsentismus ist ein komplexes und herausforderndes Phänomen und kann dabei genauso ein angstbedingtes Fehlen (Schulangst oder Schulphobie) wie auch ein nicht-angstbedingtes Fehlen (Schulschwänzen) meinen.

„Fehlen ist also nicht gleich Fehlen!“ betont die Leiterin der Schulpsychologischen Beratungsstelle, Marianne Haupt. „Die Dynamik eines Schülers, der mit den zu hohen Leistungsanforderungen nicht zurechtkommt und deshalb durch Fernbleiben Schule vermeidet, ist eine ganz andere als die Dynamik einer Schülerin, die keinen Sinn mehr im Schulbesuch sieht und demnach keinen Bock mehr auf Schule hat.“

Für alle Unterstützung und Intervention sei es demnach unerlässlich, sich zunächst Gedanken zu machen, welche Ursachen möglicherweise hinter dem Fehlen der Schülerin bzw. des Schülers stecken. Das Problem beginne oft schleichend, berge aber die Gefahr, sich zu einem dauerhaften Vermeidungsverhalten zu entwickeln Daher sei es wichtig, das Problem früh genug ernst zu nehmen und Möglichkeiten der Prävention und Intervention zu nutzen, so Marianne Haupt weiter.

Schätzungen zufolge fehlen in Deutschland fünf bis zehn Prozent aller Schülerinnen und Schüler regelmäßig im Unterricht (Joachim-Herz-Stiftung, 2023). Das Phänomen ist nicht neu, Wissenschaft und Praxis beobachten aber, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die dem Unterricht fernbleiben, in den letzten zehn Jahren signifikant gestiegen ist (Caritas, 2025).

Mit der erfolgten Veranstaltung sollte ein Überblick über verschiedene Handlungsaspekte bei Schulabsentismus und Unterstützungsmöglichkeiten für die in Schule verantwortlichen Mitarbeitenden hier im Oberbergischen Kreis gegeben werden.

In der ersten Veranstaltung bot Stefan Schwall (Lehrer, Gestalttherapeut und Gründer des mehrfach ausgezeichneten Sozialunternehmens APEIROS) einen wissenschaftlich-fundierten sowie praxisorientierten Einblick in das Thema. Mit Expertinnen und Experten rund um das Thema Schulabsentismus diskutierten die Teilnehmenden dann in der zweiten Veranstaltung über die Herausforderungen und verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten und -angebote.

Einig zeigten sich alle Teilnehmenden, dass bei Schulabsentismus schnelles Handeln geboten ist. Denn auch die schulische Laufbahn des betreffenden Kindes oder Jugendlichen kann damit schnell in Gefahr sein. Die Veranstaltung machte deutlich, dass es ein weitreichendes Netzwerk von Einrichtungen im OBK gibt, die bei Schulabsentismus aufgesucht werden können.

Neben der Schulsozialarbeit, die direkt an den Schulen verortet ist, können sich die ratsuchenden Eltern an die Schulpsychologie oder die Erziehungs-/ Familienberatungsstellen im OBK wenden (s.u.).
In manchen Fällen sind der Kinder- und Jugendärztliche Dienst des Gesundheitsamtes oder die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie die richtigen Anlaufstellen. Das Jugendamt und auch das Schulamt stehen den Betroffenen ebenfalls unterstützend als Institutionen zur Verfügung.

Auswahl erster Anlaufstellen für Eltern

Schulpsychologische Beratungsstelle des Oberbergischen Kreises
Tel. 02261 884060
Für Lehrkräfte: Handreichung „Orientierungshilfe für Lehrkräfte: Handlungsaspekte bei Schulabsentismus“ unter
bildung-in-oberberg.de/cms200schule/schule/schulpsy/tippselternlehrkraefte/index.shtml

„Der Baumhof“ in Gummersbach
Beratungsstelle für Eltern, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
Tel. 02261 885710

„Herbstmühle“ in Wipperfürth
Psychologische Beratungsstelle für Eltern, Kinder und junge Erwachsene
Tel. 02267 3034

„Haus für Alle“ in Waldbröl
Evangelische Beratungsstelle für Erziehungs-, Familien-, Ehe- und Lebensfragen
Tel. 02291 4068
Quellen:

www.caritas.de/neue-caritas/heftarchiv/jahrgang-2025/artikel/schule--ohne-mich
www.joachim-herz-stiftung.de/ueber-uns/auslaufende-projekte/forschungsprojekt-jeder-schultag-zaehlt (red.-28.05.2026)


 


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